Als deutsch-österreichisches Satire-Duo seid ihr bekannt für eure Parodien, eure Polemiken und euren Polit-Klamauk. Nervt euch die ständige Trennung in: Der eine ist Österreicher, der andere halt Deutscher? 

Nein, das nervt gar nicht, weil es ja stimmt. Bei „Dick und Doof“ ist es zur Unterscheidung auch leichter, wenn man sich die Namen Hardy und Laurel nicht merken kann, von Dick und Doof zu sprechen.

In Österreich und Deutschland ist vieles ähnlich und doch haben wir unterschiedliche Meinungen über die richtigen Begriffe für Essen, Zeiten und den Einsatz von Präpositionen. Was ist eurer Meinung nach ein ernsthafter Unterschied, der einen wirklich komischen Unterschied macht? 

In Österreich sagt man: „Treffen wir uns gleich da!“ und meint damit „Sofort hier!“. Der Deutsche kommt dann später woanders hin, weil „da“ „dort“ heißt und „gleich“ „später“. So kann es sein, dass Deutsche und Österreicher sich niemals treffen werden.

Ihr seid Gastgeber der absoluten Kultshow „Willkommen Österreich“. Was muss ein „Piefke“ tun, damit er sich im Land der „Ösis“ wirklich willkommen fühlt? 

Er muss wissen, dass er einer ist. Es schadet nicht, die Vorurteile, die es gibt, zu kennen. Dann ist es nicht mehr irritierend, sondern kann bespielt werden. Es gibt wenig Schöneres, als auf einer Tiroler Bühne zu sagen: „Wir Deutschen sind ja sehr beliebt in Tirol.“ Vorausgesetzt, man weiß, dass es nicht stimmt.

Treffen sich ein Österreicher und ein Deutscher ... geht es da überhaupt ohne Vorurteile? Was ist das „Deutscheste“ und das „Österreichischste“ an euch? (Und nein, Skifahren und Pünktlichsein gelten nicht.) 

Wir haben beide Mütter aus Ostdeutschland, da verschwimmen die Grenzen ein wenig.

Stellt euch vor, ihr steht beide an der Grenze in Deutschland und blickt nach Österreich: Wie seht ihr Österreich – als Deutscher und als Österreicher? 

Wir passieren oft die Grenze und freuen uns immer auf die erste österreichische Autobahnraststätte, weil die Qualität da deutlich besser ist.

Dirk, du lebst seit über 30 Jahren in Österreich: Weiß man als Deutscher erst, wie „deutsch“ man ist, wenn man in Österreich lebt? 

Ich hab in Wien zum ersten Mal in meinem Leben Deutschland verteidigt, weil ich manche Klischees schlicht falsch fand. Als ich noch in Deutschland lebte, hätte ich das nie gemacht. Als Deutscher war mir Deutschland immer peinlich und ich hab im Ausland eher so etwas wie „Ich bin Europäer“ genuschelt, damit man mich nicht sofort zuordnen konnte. Erst wenn man im Ausland ist, merkt man, dass man seine Herkunft schwer verleugnen kann.

Während die einen sich immer noch mit Cordoba rühmen, wird den anderen Humorlosigkeit vorgeworfen. Wie sehr spielt ihr persönlich mit der viel titulierten deutsch-österreichischen Hassliebe? 

Wir sind ja immer auch ein bisschen Deutsch-Österreicher von Beruf. Das Verhältnis schwingt oft mit, wäre aber nicht abendfüllend. Gottseidank.