Wie kam es zu der Reise mit dem US-Präsidenten?

Es klingt unglaublich, aber das Weiße Haus hat mich gefragt, ob ich ihn auf einer Alaska-Expedition begleiten würde.

Waren Sie nervös?

Mega! Das kannte ich vorher gar nicht von mir. Als er mir dann aber gegenüberstand und sagte: „Hey, wie Sie wissen, bin ich ein großer Fan Ihrer Show. Ich freue mich sehr, Sie persönlich kennenzulernen. Jetzt lassen Sie uns gehen“, fand ich das so sympathisch, so echt, dass die Nervosität schnell verflogen war. Weil er so unglaublich menschlich ist, musste ich mir während unserer gemeinsamen Zeit immer wieder bewusst machen: Das ist der amerikanische Präsident. Auch wenn dies in der freien Natur keine Rolle mehr spielt, da geht es nur noch ums Lernen und teilweise auch ums Überleben.

Was hat er Ihrer Meinung nach gelernt?

Der Hauptgrund, warum Barack Obama an dieser Reise teilgenommen hat, war, dass er sich von den Auswirkungen des Klimawandels ein eigenes Bild machen wollte. Die Bevölkerung Alaskas spürt die Folgen der globalen Erwärmung immer deutlicher: Die Gletscherschmelze beschleunigt sich jedes Jahr, der Klimawandel bringt weniger Schnee und längere, heißere Sommer mit sich. Flora und Fauna in Alaska sind akut davon betroffen. Der US-Präsident möchte das verhindern, er möchte den Planeten schützen – für die Zukunft seiner Kinder. Mir liegt das ebenso sehr am Herzen.

Inwiefern?

Wir sind beide sehr familiär, Familienväter. Es ist erschreckend, wenn man sieht, wie sich der Planet verändert – leider zum Negativen. Das möchten Väter natürlich verhindern, wir wollen aufklären und wachrütteln. Jeder von uns sollte das tun.

Was genau?

Einen Beitrag leisten, um diesen unglaublichen Planeten, unser aller Zuhause, am Leben zu erhalten.

72 Stunden mit Barack Obama in der eisigen Wildnis – da erlebt man sicherlich einiges …

Natürlich, besonders den Menschen hinter dem Gesicht, das man aus dem Fernsehen kennt. Wir hatten unglaublich viel Spaß, sind gemeinsam durch den tiefen Schnee gestapft, sind auf Bäume geklettert, haben unseren selbst geangelten Lachs geteilt und uns abends am Feuer über Beeren und Blähungen unterhalten.

Welcher war der für Sie bewegendste Moment?

Es gab viele unvergessliche, aber einen für mich sehr emotionalen Moment: Wir haben zusammen gebetet. Am Lagerfeuer hatten wir uns auch viel über die Wichtigkeit des Glaubens unterhalten. Er hat mir erzählt, dass Lincoln einer seiner Helden ist und ihn das Zitat: „Die überwältigende Einsicht, dass ich nirgends sonst hingehen konnte, hat mich oft dazu getrieben, auf die Knie zu gehen.“ sehr geprägt hat. Da fällt mir ein, es gab noch so einen Moment.

Verraten Sie ihn uns?

Gern. Der US-Präsident hat mich am Ende der Reise umarmt und mir gedankt. Er sagte, dass dies mit die besten Tage seiner Präsidentschaft waren.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

Ich denke, es lag daran, dass keiner wirklich etwas von ihm wollte. Immer ist er für alle da, hat aber nie Zeit, zu sich selbst zu finden. Das konnte er in der Arktis. Er konnte ganz bei sich sein.

Was hat den Präsidenten besonders berührt?

Der Moment am Ende unserer Reise, als er seine Hand auf das Eis gelegt hat, das Meer gespürt hat, die unglaubliche Größe und Weite wahrnehmen konnte und die riesigen, Hunderte von Quadratmeilen großen Eislandschaften erleben konnte – und leider auch ihr stetiges Schrumpfen.

Bear Grylls und Barack Obama werden diese gemeinsame Reise wohl nicht so schnell vergessen. Welche Outdoor-Überlebenstechniken Grylls Obama und anderen Prominenten beigebracht hat, können Sie sich in „Bear Grylls: Stars am Limit“ immer sonntags, um 23:15 Uhr, auf DMAX ansehen.