Da wir nicht in einer Naturlandschaft leben, sondern in einer von Menschen geprägten Kulturlandschaft, gibt es konsequenterweise auch kein „ökologisches Gleichgewicht“, das es anzustreben gilt. Vielmehr versuchen wir, eine maximale Biodiversität bei minimalen Schäden in Wald und Flur zu erreichen.

Dazu braucht es die Jagd, da sie Lebensräume sichert sowie Wildarten kontrolliert. Dies und andere Aspekte der Jagd bringen einen Mehrwert für die Gesellschaft, die ansonsten Steuermittel verwenden müsste, um die freiwilligen Leistungen der knapp 120.000 JägerInnen in Österreich zu übernehmen.

Die Bevölkerung im ländlichen Raum bekommt von diesen Leistungen der Jägerschaft mehr mit als die urbane. Nachdem die Landflucht jedoch zunimmt und die Urbanisierung voranschreitet, ist es hoch an der Zeit, der Naturentfremdung in den Städten entgegenzutreten.

Zur Hilfe kommen hier vielleicht Megatrends wie gesunde Ernährung oder Naturerlebnis. Die Jagd bedient beide Bedürfnisse, ermöglicht sie doch eine der intensivsten Naturerfahrungen und liefert gleichzeitig ein ethisch sehr hochstehendes, gesundes Lebensmittel, das Wildbret.

Die Jagd muss sich also noch weiter öffnen und darf sich nicht verstecken. Dazu bedarf es einer ehrlichen Kommunikation, bei der weder die Freude an der Jagd noch der Tod negiert werden. Aktuelle Entwicklungen in den österreichischen Landesjagdverbänden zeigen, dass die Zeichen der Zeit erkannt werden: Websites werden ansprechender und informativer, Kommunikationsstrategien werden gemeinsam mit Fachleuten entwickelt und ausgewiesene Experten werden angestellt, um die Jagd in jenes Licht zu rücken, in das sie längstens hingehört.

International steht die Jagd schon auf besserem Posten: Die Weltnaturschutzorganisation IUCN sowie die Biodiversitätskonvention betonen, dass die Jagd, sofern sie nachhaltig erfolgt, einen wesentlichen Beitrag zum Artenschutz leisten kann. Was man unter nachhaltiger Jagd versteht, wurde in Österreich schon vor mehr als einem Jahrzehnt definiert und hat international für großes Echo gesorgt.

Eine Publikation zu „Prinzipien, Kriterien und Indikatoren einer nachhaltigen Jagd“ aus dem Umweltbundesamt wurde bereits ins Englische und Russische übersetzt. Papier ist natürlich geduldig, es bedarf der Umsetzung auch an der Basis. Daher sind die Landesjagdverbände auch gut beraten, in Aus- und Weiterbildung zu investieren und Social Media zu bedienen. Aktuelle Initiativen wie jagdundnatur.tv oder jagdfakten.at zeigen, wie es gehen kann.