Bernhard Ludwig
Bestseller-Autor
 

Warum überhaupt Bewegung?
Idealerweise weil es Spaß macht. Aber es gibt viele Gründe: Die einen bewegen sich, weil es gesund ist, weil es draußen schön ist oder weil sie jemanden kennenlernen wollen.

 

Wie passen Bewegung und Kennenlernen zusammen?
Wenn ich Single bin und jemanden kennenlernen will, dann macht es Sinn, das mit den eigenen Interessen zu kombinieren, also zum Beispiel Sport. Dann finde ich auch von Anfang an die richtigen Menschen. Wenn das Umfeld ähnlich ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit einfach größer, jemanden kennenlernen mit dem es passt. Wenn man sich in Bars kennenlernt, driftet das alles erfahrungsgemäß nach drei Wochen auseinander.

 

Was spricht denn dafür, gemeinsam mit einem Partner oder einer Partnerin aktiv zu sein?
Die Leute arbeiten mittlerweile soviel, auch noch zu unterschiedlichen Zeiten, und haben dann keine Zeit mehr füreinander. Ohne gemeinsame Aktivitäten und Interessen ist eine Partnerschaft schwierig. Ich kenne Paare, die haben sich beim Bergsteigen getrennt: Er geht bergsteigen, sie bleibt unten.

 

Welche Rolle spielt die richtige Ernährung?
Ernährung und Bewegung hängen natürlich stark zusammen. Wenn unsere Vorfahren hungrig waren, mussten sie sich ja auch bewegen und zwar draußen: jagen und sammeln geht eben nicht ohne. Und oft sind sie dennoch hungrig geblieben. Jetzt gehen die Leute nur mehr vom Sofa zum Eisschrank oder zum Wirten, anstatt einfach nur zu gehen.

 

Wie halten Sie es selbst damit?
Ich betreibe eine intermittierende Diät. Das heißt, ich esse nur jeden zweiten Tag. Fasten ist irrsinnig gesund und hält schlank und schlau. Einen Tag nichts zu essen ist gesundheitlich auch unbedenklich und das kann man auch durchalten. Wenn man hungrig wird, bewegt man sich einfach ein bisschen, bis der Hunger verschwindet. Das hat auch viele Vorteile: Man kann dasselbe Essen wie vorher und spart einen Haufen Zeit und Geld.

 

Worauf basiert die Diät?
Die meisten Diäten basieren auf einem Bilanzprinzip: Das was reinkommt, muss auch wieder rauskommen. Studien an Mäusen haben gezeigt, dass nicht nur die Menge entscheidend ist, sondern auch der Zeitpunkt um längere Phasen des Fastens zu ermöglichen. Erst ab Zeitspannen von ca. 14 Stunden setzt die Autophagie ein, die die Zellen dazu zwingt auch die schwerverdaulichen Reste der Nahrung zu verwerten, sprich den Mist rauszubringen. Der Körper nascht dann am eigenen Fett.

 

Bewegung sollte dabei aber auch nicht zu kurz kommen?
Genau. Die ist auch wichtig, weil sie den Hunger vertreibt. Fastenwandern halte ich daher für eine extrem sinnvolle und gesunde Sache. Man isst nichts und hat Bewegung und die vertreibt wiederum den Hunger. Ja nachdem wie intensiv man das macht, sollte man das aber nur in einer Gruppe und in Begleitung eines Arztes machen. Wenn man nur einen Tage nichts isst und den anderen schon wieder, ist das wie gesagt kein Problem.

 

Wie viel Sport sollte man betreiben?
In Dänemark hat man unlängst erst über tausende Leute untersucht. Das Ergebnis war recht interessant: Die Leute die über zehn Stunden Sport die Woche machen, haben vergleichbare Gesundheitsrisiken, wie Leute die gar nichts machen. Nicht zu viel und nicht zu wenig. Mehr als zweimal die Woche intensiv Sport zu machen, erhöht die Lebenserwartung nicht. Es muss vor allem an das eigene Leistungsvermögen angepasst sein. Sonst fallen die Leute vom Rad und wissen noch gar nicht, dass sie tot sind, wenn sie am Boden aufschlagen. Das heißt beim Laufen darauf achten, dass man sich noch gut unterhalten kann.

 

Was sollte man dabei beachten?
Es muss ein Spaß, eine Gaudi sein, sonst macht man es ja nicht gern. Dann ist es egal ob man tanzen oder golfen geht oder einfach nur geht. Wichtig ist aber dass man den ganzen Körper gleichmäßig trainiert. Leute die einen Marathon laufen und gewinnen wollen, schauen ja oft aus wie Suppenhühner, weil sie so einseitig trainieren. Wenn man so trainiert, muss man darauf achten einen Ausgleichssport zu betreiben.

 

Wie halten Sie sich fit?
Ich bin ein verletzter Heiler. Ich hatte selber alle Krankheiten, die ich verhindern wollte. Ich habe viele Sportarten ausprobiert und viele Fehler gemacht. Ich hatte einen Herzinfarkt, Schlaganfälle und eine Bypass-Operation. Ich bin ganz sicher kein Vorbild. Ich turne mich ganz langsam wieder nach oben: Spaziergehen und Wandern reicht mir. Ich bin froh wenn ich auf der Bühne stehen und meine zwei Stunden herumhampeln kann.

 

Aktuelles Kabarett von Bernhard Ludwig: "Anleitung zum lustvoll Leben: Science corner"
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