Der Sommer steht praktisch vor der Tür: Worauf freuen Sie sich denn besonders?

Andi: Da freue ich mich besonders auf den Sommerurlaub! Worauf ich mich sonst noch freue, ist die leichtere Bekleidung. Im Sommer wird ja alles ein bisschen leichter, was sich auch in der Sommerküche widerspiegelt. Ich liebe die Natur und speziell im Frühling und Sommer bin ich gerne mit meiner Familie und unserem Hund draußen unterwegs, vor allem im Wald. Der Sommer in Österreich ist ja einfach sensationell. Wenn die warmen Tage vor der Tür stehen abends auf der Terrasse sitzen und guten Wein trinken, gemeinsam mit der Familie eine schöne Zeit verbringen, das ist für mich Sommer pur.

Alex: Der Sommer ist für uns beide die Zeit, etwas runterzukommen. Gerade im Winter geht es bei uns beruflich praktisch ohne Pause durch und da freut man sich darauf, im Sommer einmal nichts zu tun. Es ist toll, dann wieder mehr Zeit für Familie und Freunde zu haben und wieder mehr Zeit mit Andi verbringen zu können. Für mich gibt es im Sommer auch nichts Schöneres, als zwei Stunden irgendwo im Wald spazieren zu gehen und den Duft der Natur in mich aufzunehmen. Da kann man sich auch darauf besinnen, wie gut es ist, in Österreich zuhause zu sein.

 

Aber auch in der Küche hält die warme Jahreszeit wieder Einzug. Was macht für Sie die Sommerküche aus?

Alex: Im Frühjahr und im Sommer kommen die frischen Produkte wieder zurück. Im Winter ist man vor allem bei Obst und Gemüse eher eingeschränkt, aber wenn dann wieder alles zu blühen beginnt und der erste Bärlauch sprießt, dann ist das ein Zeichen, dass der Frühling in Schau steht. Die Küche im Sommer unterscheidet sich wesentlich von der Winterküche, die Arbeit in der Küche gerät eher in den Hintergrund und das familiäre Zusammensein, wie zum Beispiel beim Grillen, steht im Vordergrund. Deswegen ist Kochen im Sommer, ob im Freien oder in der Küche, immer das Schönste. Nicht nur vom Genuss her, sondern für die Familie allgemein. Man verbringt generell mehr Zeit miteinander und nimmt sich für's gemeinsame Essen mehr Zeit.

Andi: Das ist ja eine Wahnsinnsantwort! Sag‘ Alex, hast du einen Rhetorikkurs belegt? Aber das stimmt schon, auch für mich ist der Sommer grundsätzlich genial. Kulinarisch freue ich mich besonders auf die Wiederkehr der frischen, regionalen Produkte, wie etwa jetzt auf den Spargel. Besonders liebe ich Erdbeeren! Frische Erdbeeren sind für mich die Sommervorboten schlechthin. Außerdem freue ich mich auf die leichte Küche. Vom gebratenen Fisch bis hin zu schönen Salaten mit gutem Olivenöl, das ist so richtig meins. Da bekomme ich Lust auf Sommer.

 

Welche Rolle spielt für Sie beide das Grillen in der sommerlichen Küche?

Alex: Das Grillen ist ja gerade voll im Trend, egal ob klassisch, smoken oder räuchern. Natürlich kann man in der Küche, und speziell auch beim Grillen, viel experimentieren. Ich war und bin aber schon immer ein Freund des klassischen, familiären Grillens. Für mich ist das Schönste am Grillen ein qualitativ gutes Stück Fleisch. Ein Steak auf Holzkohle gegrillt, rare oder medium rare abgebraten, das ist perfekt! Das Experimentieren ist für mich am Grill nicht so wichtig. Wir versuchen in unserer Sendung immer Rezepte vorzustellen und Dinge zu zeigen, die einfach nachzukochen sind. Nicht nur einer von zehn soll das können, sondern jeder. Ich glaube, auch deshalb ist das Grillen bei einem breiten Publikum so beliebt: weil es relativ einfach ist, gute Gerichte zu machen.

Andi: Da stimme ich Alex vollkommen zu. Ein wesentlicher und ganz wichtiger Punkt ist, dass die Sachen nachkochbar bzw. nachgrillbar sind. Alex und ich machen eine Grillwoche, die wir jetzt Anfang Mai für unsere Sendung aufnehmen, in der es primär um solche Gerichte geht. Wenn man Rezepte präsentiert, die in der Vorbereitung schon so viel Zeit in Anspruch nehmen, dass man dafür quasi einen Kurzurlaub nehmen muss, dann wird das nicht auf viel Zuspruch stoßen. Am schönsten ist beim Grillen, man genießt das Ganze entspannt zusammen mit seiner Familie. Das fängt schon bei den Vorbereitungsarbeiten an, das gemeinsame Anrichten von Beilagen, Salaten, Saucen und das Zubereiten von Grillfleisch. Auch für mich ist das klassische Steak das Beste und wird es wohl auch immer bleiben.

 

Wie schaffen Sie es, für Abwechslung auf dem Grill zu sorgen? Welche Tipps und Tricks kann ein Profikoch einem Laien da geben?

Andi: Für Abwechslung zu sorgen, das funktioniert wohl am besten mit Marinaden und mit Beilagen. Mit verschiedenen Marinaden kann man aus einem Steak zehn, zwanzig Gerichte machen. Man kann es asiatisch marinieren, man kann es italienisch marinieren. Und natürlich gibt es, auch für den Grill, die unterschiedlichsten Beilagenvariationen. Da sind ja der Fantasie überhaupt keine Grenzen gesetzt.

Alex: Ich denke, beim Grillen soll nicht die Kreativität vom Grillmeister, sondern die Abwechslung der verwendeten Produkte ausschlaggebend sein. Ich kann Gemüse grillen, ich kann Fisch grillen, ich kann Fleisch grillen, ich kann mit Kräutern parfümieren. Das glaube ich macht die Abwechslung beim Grillen aus. Man sollte aus dem Grillen keine Philosophie machen, damit es nicht so wird wie beim Kochen, wo sich viele das Zubereiten von Gerichten nicht mehr zutrauen. Als Kinder bedeutete für uns Grillen, ein Würstel auf einen Stock zu spießen und über das offene Feuer zu halten. So einfach war das. Und das sind genau jene Dinge, die uns in Erinnerung bleiben.

 

Die Fußball-Europameisterschaft im Juni bietet wohl Anlass für die eine oder andere Grillparty. Wie sieht eine perfekte Grillparty für Sie aus?

Andi: Was bei mir nie fehlen darf, das sind vier ganz wichtige Sachen: Erstens knackige, fein abgestimmte Salate,  zweitens gute Saucen wie etwa eine Knoblauchsauce oder eine scharfe Chilisauce, drittens immer knuspriges Brot bzw. Gebäck und schließlich noch Fleisch, Fisch und Geflügel. Und Freunde und Familie dürfen auch nicht fehlen. Denn zur perfekten Grillparty gehören natürlich auch die richtigen Gäste!

Alex: Da sind Andi und ich uns sehr ähnlich. Für eine Grillparty zu den EM-Spielen der Österreicher könnte man zur Abwechslung ja Gerichte von den jeweiligen Gruppengegnern auf dem Grill antreten lassen. Da kann man ja aus der portugiesischen, der ungarischen und der isländischen Küche etwas heraussuchen und die klassischen Grillgerichte damit ergänzen. Das gibt der EM-Grillparty noch einmal einen besonderen Kick und wenn Österreich in die nächste Runde aufsteigt, kann man ja schauen, welcher Gegner dann kommt. Vielleicht bekommen wir dann die Deutschen als Gegner – Sauhaxen kann man ja auch grillen!

 

Abschließend möchte ich Ihnen jeweils noch ein Rezept entlocken, die jede Grillparty zum wahren Genuss werden lässt...

Andi: Da ich gerade meine Grillrezepte fertiggeschrieben habe, könnte ich da an viele verschiedene Gerichte denken. Aber was mir ganz spontan einfällt, und was auch ein bisschen einen besonderen Charakter hat, ist eine geschmorte Lammstelze am Grill. Eine kleine Stelze, die mit Zwiebeln, Knoblauch, Thymian und Rosmarin versetzt, etwas gesalzen und gepfeffert wird, in Alufolie einwickeln und indirekt zwei Stunden auf den Grill legen. Das ist ein Wahnsinnsgeschmack, man hat überhaupt keinen großen Aufwand und das Gericht lässt sich super vorbereiten. Man löst dann einfach die Alufolie ab, der Saft der Stelze bleibt in der Folie, das Lammfleisch selbst ist butterweich und fällt praktisch vom Knochen runter. Dazu eine gute Grillkartoffel, etwas Bärlauch-Pesto und das Ganze ist ein Hammergericht!

Alex: Wenn Andi das Fleischige abdeckt, mache ich einfach einen Fisch dazu. Heimische Fische liegen natürlich im Trend. Wir sind in Österreich ja auch dank der guten Wasserqualität mit super Fischen gesegnet. Ich empfehle da die Forelle als Fisch auf dem Grill. Einfach die Forelle am Vortag ein wenig in Olivenöl, Knoblauch sowie Rosmarin marinieren und von jeder Seite vier Minuten lang grillen. Nach insgesamt acht Minuten auf dem Grill ist der Fisch in der Mitte dann noch richtig schön saftig. Dazu etwas Gemüse – Zucchini, Aubergine, Paprika – das Ganze auf dem Grill anbraten und abschließend noch mit einem Schuss Olivenöl, Salz, Pfeffer und Knoblauch marinieren. Das ist ein Hochgenuss und das Grillgemüse passt auch toll zu Andis Lammstelze.