Was ist ein Schwimmteich, was ein Naturpool?

Beides sind naturnahe Gewässer, die man anlegt, um darin zu baden und zu schwimmen. Beide haben weder permanenten Zu- noch Abfluss. Nachfüllen muss man in der Regel nur das Wasser, was verdunstet, bis zu 15 Zentimeter tolerieren die meisten Gewässer. Wobei ich mich immer an dem Begriff Naturpool stoße, da viele bei „Pool“ an ein Becken mit Chlorwasser denken – das gibt’s weder bei Schwimmteich noch Naturpool.

Worin unterscheiden sich die beiden?

Beim Errichten eines Schwimmteiches orientiert man sich an der reichhaltigen Natur flacher Gewässer wie Weiher. Sie sind ein Zuhause für unzählige Arten, Tiere wie Pflanzen. Ein Naturpool ähnelt biologisch eher einem nährstoffarmen Fluss.

Wie entscheidet man sich für Schwimmteich oder Naturpool?

Zuallererst geht es um Platz. Ein Schwimmteich ist ein System, das seine Wasserqualität mittels Sedimentation reguliert. Das findet im Regenerationsbereich des Schwimmteiches statt. Damit man die Sedimentation dort nicht stört, sollte man Schwimm- und Bade- vom Regenerationsbereich abgrenzen.

Pi mal Daumen bedeutet ein Schwimmteich mehr Fläche als ein Naturpool, wobei sich Regenerations- und Nutzfläche in etwa die Waage halten sollten. Ein Naturpool ist reine Schwimmfläche, er kann sehr klein sein. Die Wasseraufbereitung geschieht in ihm mittels geeigneter Filter, die lassen sich auch platzsparend unter einem Steg verbauen.

Was bedeutet die unterschiedliche Wasseraufbereitung für die Wasserqualität?

Der Schwimmteich bildet wegen der natürlichen Sedimentation eine Schlammschicht am Boden. Im Naturpool gibt’s einen Biofilm, den kennt man von Flüssen. Wer weder Schlamm noch Biofilm möchte, muss das Gewässer reinigen. Grundsätzlich ist das Wasser im Schwimmteich nährstoffreicher als im nahezu nährstofflosen Naturpool.

Hat das Auswirkungen auf die Gestaltung?

Bei einem Schwimmteich kann man viele Pflanzen ansiedeln. Die wiederum bieten Lebensraum für viele Tiere: hüpfende, kriechende, krabbelnde und fliegende. Das nährstoffarme Wasser des Naturpools vertragen dagegen nur fünf, sechs Pflanzen. Wer also mehr Grün möchte, dem empfehle ich einen gestaltbaren Zierteich neben dem Naturpool. Gleiches gilt übrigens für Fische: Wer Fische im Wasser sehen will, sollte einen extra Fischteich anlegen, um die Tiere nicht zu stören.

Wie finden Verbraucher die Artenvielfalt, die mit dem Schwimmteich in den Garten kommt?

Der Großteil denkt nicht zuerst an die Tiere. Meist geht es vor allem wegen der Haut um chlorfreies Wasser. Und wer dann möglichst wenige Tiere will, dem rate ich zum Naturpool.  

Ganz wichtig: Kommen mit den Gewässern auch Stechmücken?

Nein, im Naturpool können die sich wegen der Nährstoffarmut nicht entwickeln und im Schwimmteich gibt’s ausreichend Fressfeinde, so dass sie auch dort nicht aufkommen.

Sicher?

Ganz sicher! (lacht)

Was ist mit Kindern im Haushalt, passen Kinder und Teich zusammen?

Ich habe selbst vier, die sind am Teich groß geworden. Ich rate stets zu zeitigem Schwimmenlernen – und so ein Gewässer bietet dazu beste Gelegenheit. Zugleich erleben Kinder sich beim Spielen im und am Wasser als Teil des ökologischen Systems, sie lernen Pflanzen und Tiere kennen und schätzen.

Apropos schätzen: Was schätzen Sie an Wasser auf dem eigenen Grundstück?

Wasser wirkt entspannend. Es ist meine Batterie für Lebensenergie.

Kann sich jeder einen Schwimmteich oder Naturpool anschaffen?

Genaues regeln die Vorschriften des Baurechts. Aus Erfahrung kann ich sagen, dass die meisten Wünsche erfüllbar sind.

Baut man selbst oder lässt man besser bauen?

Der Schwimmteich- und Naturpoolbau sollte Profis überlassen werden. Er ist Wissenschaft und Handwerk, das Erfahrung braucht. Man sollte immer bedenken, dass ein misslungener Versuch oft teurer ist als die Dienste eines Profis.

Aufpassen sollte man beim Naturpool bei Filter- und Pumpensystemen und deren Stromverbrauch. Da gibt es gewaltige Unterschiede, die sich auf der Stromrechnung zeigen. Auch hier kann ein Profi bei der Wahl des passenden Systems helfen.