Diese Verachtung kommt aber nicht etwa aus den eigenen Reihen, sie kommt glücklicherweise auch schon sehr selten von männlichen Jagdkollegen. Diese Verachtung erntet man als jagende Frau schnell von nicht jagenden Frauen. Häufig wird einer Jägerin von jagdfremden Frauen unterstellt, dass sie dies alles aufgrund innerer Unzufriedenheit tue, dass sie kein Selbstwertgefühl hätte und daher die Jagd ausübe etc., etc.

Diesen absurden Hypothesen sollte man gar nicht mehr Platz einräumen, denn jagende Frauen gab es schon lange Zeit, bevor auch nur die ersten Gedanken von Feminismus, Gender oder Emanzipation aufkamen. Maria von Burgund kam im 15. Jahrhundert bei der Beizjagd mit dem Falken zu Tode, sie stürzte bei waghalsigen Ritten im Damensattel vom Pferd. Heldinnen der Jagd gab es schon vor 500 Jahren, dass es eine neue Erfindung sei, will man uns nur weismachen.

Beweggründe für das Waidwerk

Die Jagd ist einer der ursprünglichsten Wege, um sich zu ernähren. Die Jagd ist das älteste Handwerk, das den Menschen mit Nahrung versorgt. Es ist selbstverständlich einfacher, sich sein Beiried vakuumverpackt aus dem Kühlregal zu holen und den Abend gemütlich zu Hause zu verbringen, vielleicht noch seinen Facebook-Status zu aktualisieren oder E-Mails zu checken.

Doch da kommen wir schon zu einem weiteren Punkt, den die Jagd so vortrefflich abdeckt. Es ist die Entschleunigung. Davon haben alle schon einmal gehört, doch wenige wissen wie sie funktioniert. Sobald man die Jagdkleidung anlegt, wird maximal der Hund nervös, der vermittelt bekommt, dass es jetzt ins Revier geht. Man selbst erfährt eine Art des Ablegens jeglicher Alltagslasten, ein Art des Innehaltens.

Dieser Wunsch nach Entschleunigung ist gewiss in Frauen in derselben Weise vorhanden wie in Männern und es haben sich beide auch gleichermaßen verdient. Also sollten wir in Wahrheit nicht zwischen Jägerin oder Jäger unterscheiden, denn letztendlich jagt der Mensch.

Die Zukunft der Jagd – stellen wir die Weichen

Das Verständnis gegenüber jagenden Menschen nahm in den letzten Jahrzehnten vermutlich aber auch deshalb ab, weil wir auf diesen neuen Zug an Kommunikationstechniken und Massenmedien zu spät aufgesprungen sind. Es gab auch einen Wertewandel bei der Informationsbeschaffung. Als Laie informiert man sich nicht mehr aktiv, sondern man lässt sich informieren.

Wie die Botschaften dann klingen, hängt stark vom Boten ab. Die Zukunft sollte durch die gezielte Übermittlung von Fakten gesichert werden. Daher ist es erfreulich, dass viele JungjägerInnen das große Fortbildungsangebot nutzen, um immer wieder neue wissenschaftliche Tatsachen zu erfahren und diese später auch weiter transportieren zu können.