Wie ist Ihre Leidenschaft fürs Motorradfahren entstanden?

Das hat schon in meiner Jugend begonnen. Ich bin damals in Kritzendorf immer wieder mit Mopeds gefahren, das haben meine Freunde und ich von den Älteren gelernt. Dann kam das eigene Moped, dafür habe ich mir das Geld extra zusammengespart. Damals habe ich einen Mopedführerschein gemacht, der dann, wenn man 18 wird, in den Motorradführerschein übergegangen ist. Gleich darauf kaufte ich mir meine erste Maschine, danach folgte die Bundesheerzeit, die mich sehr stark geprägt hat.

Inwiefern hat Sie diese Zeit geprägt?

Da ich schon den Motorradschein hatte, war es praktisch klar, dass ich zu den Motorradmeldern kommen würde. Beim Heer habe ich nochmals den A-Schein gemacht und eine super Ausbildung bekommen. Dort habe ich das Motorradfahren noch einmal richtig gelernt und auch mitbekommen, wie man seine Maschine beherrscht. Das war eine sehr interessante und lehrreiche Zeit.

Konnten Sie Ihre Leidenschaft auch als Profifußballer weiterleben?

Bei einem Profifußballer wird das Motorradfahren natürlich nicht besonders gern gesehen, da es doch ein gewisses Risiko darstellt. Ich habe es aber trotzdem gemacht, Gott sei Dank ist nie etwas passiert. Als junger Mensch sieht man das auch nicht so eng. Ich war aber nie der Raser, sondern bin eher einer, der gerne ins Gelände fährt und versucht, das Motorrad zu beherrschen. Die Geschwindigkeit hat mich am Motorradfahren nie gereizt, vielmehr das Fahren im Gelände und das Cruisen.

Wieso war das Motorradfahren auch in Ihrer aktiven Zeit so wichtig für Sie?

Ich habe solche Dinge wie Motorradfahren in meiner Freizeit einfach machen müssen, um mit dem Druck umgehen zu können, den man als Spitzensportler hat. Es hat mir dabei geholfen, Leistung zu bringen. Auch in meiner Zeit in Rom hatte ich mein Motorrad dabei und bei der WM 1998 in Frankreich bin ich an meinem freien Tag mit einem Freund ausgefahren. Das Zweirad hat mich eigentlich überallhin begleitet!

Welche waren Ihre schönsten Touren mit dem Motorrad?

Als ich in Rom gespielt habe, haben mir alle gesagt, ich solle einmal nach Sardinien fahren. Deshalb bin ich mit meiner Frau die Insel eine Woche lang mit meinem Motorrad abgefahren und damals haben wir uns in diese Insel verliebt. Auch die ländliche Gegend um Rom ist wunderschön. Ich habe immer bevorzugt Motorradausflüge in die Natur gemacht, um runterzukommen und Kraft zu tanken.

Was darf für Sie bei einer Tour auf keinen Fall fehlen?

Das richtige Wetter! Es macht keinen Spaß, wenn das Wetter nicht passt. Wenn man das Motorradfahren in seiner Freizeit zur  Entspannung betreibt, dann will man das bei gutem Wetter genießen. Die richtige Ausrüstung und Bekleidung sind natürlich auch ganz wichtig. Man merkt schnell, dass der Spaß auf der Strecke bleibt, wenn man nicht das richtige Equipment hat.

Hatten Sie auf Ihren Motorradausflügen prägende Erlebnisse?

Die gab es für mich beim Bundesheer. Neben den großen M40-Panzern herzufahren und diese durchs Gelände zu führen, war spannend und nicht ganz ungefährlich. Einmal bin ich auf einer Meldefahrt bei einer Übung in Allentsteig mit meinem Motorrad in einen Sumpf eingesunken und bekam die Maschine alleine nicht mehr raus.

Das war praktisch mitten in der Wildnis. Zum Glück habe ich aber ein paar Panzerfahrer gefunden, die gerade dabei waren, ihr Fahrzeug zu tarnen, und habe sie gebeten mir zu helfen. Wir haben gemeinsam das Motorrad freigeschaufelt und ich konnte meine Fahrt fortsetzen. Das waren Erlebnisse mit dem Motorrad, die ich nie vergessen werde und die auch sehr lehrreich waren.

Gibt es Reiseziele, die in Zukunft auf Ihrem Programm stehen?

Ein Freund will mich schon lange dazu überreden, eine Amerika-Tour zu machen. Er hat das schon ein paar Mal gemacht und ist davon begeistert. Diese Tour ist ein längerfristiges Ziel, aber dafür muss man sich genügend Zeit nehmen, um das auch richtig genießen zu können. Wann immer ich in Italien bin, steht auch die eine oder andere Tour in der Nähe von Rom auf dem Programm. Dort zu fahren, ist ein ganz eigenes Gefühl, das mich auch nicht mehr loslassen wird.

Harley Davidson Touring 2017

Harley-Davidson Tourer Test 2017

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