Der Wecker läutet. Sie öffnen die Augen und das erste, woran Sie denken, ist die Liste von Dingen, die Sie heute erledigen wollen. Unter der Dusche überlegen Sie, wo Sie heute zu Mittag essen könnten. Und während Sie eine Tasse Kaffee trinken, lesen Sie die Zeitung oder checken am Handy neue Nachrichten. Kennen Sie das? Yoga bietet verschiedene Alternativen, die ersten Momente des Tages bewusst zu gestalten.

Bewegung tut gut

Da wäre zum einen eine bewusste Praxis von Yogastellungen. Der Sonnengruß als klassische Abfolge von Körperpositionen ist vielen bekannt, die schon einmal einen Yogakurs besucht haben. Es gibt ihn in verschiedensten Variationen, von sanft bis akrobatisch.

Er wird gern am Morgen ausgeführt, weil er Energie und Beweglichkeit in den Körper bringt. Aber Vorsicht: Sie sollten diese Abfolge nicht direkt nach dem Aufstehen üben – der Körper ist dann noch zu steif. Am besten duschen Sie vorher, machen einen Spaziergang oder wärmen sich mit einfachen Übungen auf.

Bewusstheit statt Ohnmacht

Wichtiger als das, was wir tun, ist allerdings noch, wie wir es tun.

Sie müssen im Grunde nichts an Ihrem Morgenablauf verändern – der Trick ist, diesen Ablauf bewusst und gegenwärtig zu gestalten. So kann die morgendliche Dusche, der Hundespaziergang oder das Frühstücken zu einer Meditation werden. Überfordern Sie sich nicht.

Wählen Sie eine Aktivität und nehmen Sie sich vor, diese Handlung in den nächsten Tagen bewusst auszuführen. Wenn Sie duschen, dann spüren Sie, wie das warme Wasser Ihre Haut berührt. Wenn Sie eine Tasse Kaffee oder Tee trinken, schalten Sie bewusst das Handy aus oder legen die Zeitung für einige Minuten beiseite.

Es gibt natürlich kein fertiges Rezept für den perfekten Morgen. Der Yogalehrerverband (Yoga Austria - BYO) setzt sich dafür ein, dass die TeilnehmerInnen in Kursen professionell in die Selbstwahrnehmung hineingeführt werden. Dafür braucht es eine bewusste und achtsame Anleitung und einen offenen Raum, in dem sich der Übende näher kommen kann. So finden die Teilnehmer heraus, was ihnen guttut und was nicht.

Und allmählich kann es unter qualifizierter Anleitung gelingen, den Geist so zu verändern, dass der Start in den Tag von Freude und Zuversicht geleitet wird.