Was sind Ihre Grundzutaten für eine perfekte Grillerei?

Dazu braucht man nicht viel. Es reichen ein netter Platz im Garten und ein guter Griller und los geht's. Der Rest kommt dann von selbst. Sobald der Rauch aufgeht und die Düfte vom Grill aufsteigen, sind gleich Freunde und Nachbarn zur Stelle. Das ist der große Unterschied zum Kochen in der Küche. Ob im Sommer oder im Winter: wenn man grillt, erregt man gleich Aufmerksamkeit und Leute kommen zusammen. Bei einem Grillkurs oder einer Grillshow sind, sobald ich ein Kochmesser in die Hand nehme und bloß anfange, eine Zwiebel zu schälen, sofort viele Leute dabei. Ansonsten brauche ich beim Grillen nur einen Mörser, Natursalz, drei Sorten Pfeffer sowie Rosmarin, Thymian und Salbei als meine Hauptgewürze.

Wie wichtig ist für Sie die Qualität der Grillprodukte?

Für mich ist das ganz wichtig. Qualität steht da immer über Quantität. Ich züchte Waldschafe, weil ich mir ganz sicher sein will, wo die Lebensmittel herkommen und was drinnen ist. Diese Möglichkeit hat natürlich nicht jeder, aber ich fühle mich als Genussbotschafter und sage daher meinen Kunden: Schaut auf die einheimischen Produzenten! Kauft bei jenen Herstellern, denen ihr vertraut! Da gibt es in Österreich, besonders auf dem Land, sehr großes Potenzial bei den Bauern, die haben tolle Ware. Ich lebe im Mühlviertel, wo es hochwertige Angebote in Hülle und Fülle gibt. Und es entwickeln sich über die Jahre Freundschaften zu den Leuten, die einen mit ihren hervorragenden Lebensmitteln versorgen.

Auch wenn man mit Grillen natürlich Fleisch verbindet: es geht auch vegetarisch, oder?

Selbstverständlich! Ich sage immer, auf dem Grill ist alles erlaubt. Eine einfache Spielregel bei Vegetarischem ist, man sollte alles zu jener Jahreszeit verwenden, in der es natürlich wächst. Dann schmeckt es nicht nur am besten, auch die Preise sind dann am günstigsten. April und Mai sind die perfekte Spargelzeit, im Sommer kommt dann die Pilzsaison. Karotten, Sellerie, Kraut und Kartoffeln sind klassisch für Herbst und Winter. Auch Zwetschgen sind eine super Sache für den Grill und passen perfekt zum Herbst. Gerade beim Grillen kann man experimentieren, vor allem bei der Verwendung von Gewürzen. Es gilt, immer wieder Neues zu probieren, denn das Grillen ist sehr vielfältig!

Welche Rolle spielt die richtige Ausrüstung?

Ein guter Griller gehört natürlich dazu. Wenn ich mir ein neues Gerät zulegen möchte, muss ich mir zunächst überlegen, wieviel Zeit ich für's Grillen aufwenden möchte und für wieviele Personen ich grille. Danach sollte sich die Größe des Grillers richten. Wenn es schnell gehen soll, sind ein Gas- oder Elektrogriller eher zu empfehlen als ein Kohlegrill. Der Trend geht dahin, sich neben dem Kohlegrill ein Zweitgerät anzuschaffen. Aber das Grillen mit Holz oder Kohle, das Spiel mit dem Feuer sozusagen, ist nach wie vor sehr beliebt und hat seinen eigenen Reiz. Zu einer richtigen Grillparty gehört der Kohlegrill für mich in jedem Fall dazu.

Wie sieht es abschließend mit einer weltmeisterlichen Grillempfehlung aus?

Wenn ich Grillkurse anbiete, ist es für mich eine Art Zeremonie, zunächst ein Basisgewürzsalz zusammenzustellen. Das verwende ich praktisch für alles, aber es kommen immer wieder andere Zutaten dazu. Das reicht von Curry über Chili bis hin zu Knoblauch oder Olivenöl. Das ist wie bei einem Maler. Der hat zunächst eine Handvoll Farben und macht durch Vermischen und Neuzusammenstellung 100 Farbtöne daraus. So ähnlich ist es mit dem Gewürzsalz – je nach Geschmack ist da für jeden etwas dabei!