Juliane Wurm
Sportkletterin

Kurz aber knackig
Der Begriff Boulder bezeichnet im Englischen einen Felsblock. Das Klettern darauf wurde zum „Bouldern“. Da diese selten höher als drei Meter sind, wird sowohl an der Boulder-Wand als auch am Felsen ohne Seil geklettert. Als Sicherung dienen Matten, die einen potentiellen Sturz auffangen und so transportabel sind, dass man sie auch mit nach draußen nehmen kann. „Beim Bouldern klettert man in Absprunghöhe. Vom ersten bis zum letzten Griff sind es oft nur vier bis acht, dafür aber sehr schwierige Bewegungen. Es ist daher alles etwas verspielter und man kann mehr ausprobieren“, erklärt Juliane. Bouldern ist wie der Versuch, ein vertikales Labyrinth zu durchqueren: Es braucht ein helles Köpfchen, um den richtigen Weg zu finden, und dann noch hohe Maximalkraft, Technik und Koordinationsfähigkeit, um wirklich hochzukommen.

Erfolgreiches Heimspiel
Dass sich das gemeinsame Training auszahlt, zeigte sie letzten August in München, wo sie sich den Weltmeistertitel sicherte. „München ist mein Lieblingswettbewerb. Dort mit der Unterstützung meiner Freunde und Familie im Publikum die Heim-WM zu gewinnen, war einfach fantastisch“, sagt Juliane. Während sie momentan mit Training und Studium beschäftigt ist, freut sie sich bereits wieder auf die anstehenden Wettbewerbe rund um den Globus. Auch das Klettern am Fels soll heuer nicht zu kurz kommen: Wie vielen Boulder-EnthusiastInnen hat es ihr das nahe bei Paris gelegene Fontainebleau mit seinen spektakulären Felsblöcken und zahllosen Routen angetan.

Die Leidenschaft zum Beruf gemacht
Tägliches Training und ausgewogene Ernährung gehören für sie zum Alltag. In Kombination mit ihrem Medizinstudium bleibt da oft nicht viel Zeit für andere Aktivitäten. Für Juliane ist das aber nicht weiter schlimm: „Klettern ist zwar mittlerweile mein Beruf, aber auch nach wie vor meine Leidenschaft“, sagt sie. Praktischerweise lässt sich auch ihr Freund Jan Hojer gut in ihr hauptberufliches Hobby integrieren: Der amtierende Boulder-Weltcupsieger ist auch ihr Trainingspartner. Da Juliane vor allem durch Technik, Jan durch Athletik besticht, können beide voneinander lernen.