Der Abschuss von Haustieren ist in den verschiedenen Jagdgesetzen der einzelnen österreichischen Bundesländer rechtlich geregelt und zulässig. Subsumiert unter dem Begriff „Jagdschutz” sollen Wildtiere dadurch in erster Linie vor Hunden und Katzen „geschützt” werden. Inwiefern ein derartiger Schutz des Wildes durch die JägerInnenschaft tatsächlich notwendig ist, darüber wird seit vielen Jahren diskutiert und mitunter auch gestritten.

In Österreich wird von TierschützerInnen schon seit Jahren ein generelles Haustier-Abschussverbot gefordert, welches in den Jagdgesetzen der Bundesländer verankert werden soll.

Ab wann gilt ein Haustier als wildernd?

Ein großer Konfliktpunkt zwischen JägerInnen und TierschützerInnen ist die Frage, wann ein Haustier als wildernd angesehen wird. Derzeit gilt, dass etwa Hunde, die sich außerhalb der Rufweite und somit außerhalb der Einwirkungsmöglichkeit ihres Halters befinden, im Jagdgebiet erschossen werden dürfen. Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 300 Metern von Wohngebäuden umherstreifen, dürfen ebenfalls getötet werden.

Ein Haustier darf also unter diesen oben angeführten Prämissen von einem Mitglied der Jägerschaft erschossen werden. Dabei ist es nicht von Belang, ob das Tier tatsächlich wildert und auf Beutejagd ist, oder nicht. Immer wieder ist es aufgrund dieser Gesetzgebung schon zu Fällen gekommen, in denen nicht angeleinte Hunde in unmittelbarer Nähe ihrer BesitzerInnen erschossen wurden.

Das Problem der Intransparenz

Ein großes Problem, weshalb viele Haustiere dem Gewehr zum Opfer fallen, ist die Intransparenz bei den Abschüssen. Denn JägerInnen sind nicht dazu verpflichtet, den Abschuss eines Hundes oder einer Katze zu melden. Damit können sich jene Waidmänner und -frauen, denen das Abschießen von geliebten Haustieren wenig schwer fällt, problemlos unter all jenen JägerInnen verbergen, denen nicht nur das Wohl der Wildtiere, sondern auch jenes der Haustiere am Herzen liegt.

Die Hemmschwelle, Hunde und Katzen zu erschießen, läge sicherlich höher, wären JägerInnen dazu verpflichtet, derlei Abschüsse zu melden. Schließlich ist der Abschuss von Haustieren in der breiten Bevölkerung alles andere als gern gesehen. Zudem ließe sich so einfacher feststellen, wie viele Haustiere illegalen Abschüssen, etwa durch Wilderer, zum Opfer fallen.

Das Vorgehen gegen Wilderei durch den Menschen ist schließlich nicht nur ein Anliegen der TierschützerInnen, sondern auch jenes der JägerInnenschaft.

Wie kann ich mein Haustier schützen?

Für HaustierbesitzerInnen stellt sich in erster Linie die Frage, wie sie ihre Tiere vor einem Abschuss beschützen können. Für HundehalterInnen gilt in jedem Fall, ihren geliebten Vierbeiner nicht ohne Leine in den Wald zu führen. Im Internet findet man auf der online abrufbaren Jagdwarnkarte jene Zwischenfälle mit JägerInnen dokumentiert, bei denen Menschen, Haustiere oder Nutztiere zu Schaden gekommen sind.

Diese Karte ermöglicht HaustierbesitzerInnen einen Überblick darüber, ob in ihrem Wohngebiet oder einem möglichen Ausflugsziel besondere Häufungen von Haustierabschüssen vorliegen.