Ein Jahr im Voraus – in der Oper noch viel früher! – entscheiden die TheaterleiterInnen, welche Stücke gespielt werden sollen, erarbeiten DramaturgInnen Textfassungen, erstellen RegisseurInnen oder ChoreografInnen Konzepte.

SchauspielerInnen oder TänzerInnen müssen gecastet werden, das Bühnenbild und die Kostüme müssen entworfen, Musik muss komponiert werden. Bei der Leseprobe stellt der/die Regisseur/in den SchauspielerInnen vor, wie er oder sie die Geschichte erzählt haben will.

Auch die Entwürfe für die Bühne und die Kostüme werden mit Zeichnungen und Modellen präsentiert. Dann wird das Stück gemeinsam mit verteilten Rollen gelesen. Wenn es kein geschriebenes Stück gibt, wird über das Thema gesprochen und mit Improvisationen ein eigenes Stück entwickelt – ob im Sprechtheater oder im Tanz.

Vier bis acht Wochen verbringt das Team nun im Probenraum, acht Stunden pro Tag, sechs Tage die Woche! Die SpielerInnen müssen sich nicht nur ihren Text merken, sondern auch, wo sie wann sein müssen und was sie wie machen.

Währenddessen arbeiten auch alle anderen MitarbeiterInnen eines Theaters daran, dass die neue Produktion ein Erfolg wird: das Bühnenbild wird gebaut, die Kostüme werden genäht, Requisiten gekauft, Journalisten zur Premiere eingeladen, Reservierungen entgegengenommen, Pressefotos gemacht, Programmhefte erstellt.

Bei den Endproben läuft schließlich alles zusammen: in den letzten Tagen vor der Premiere finden die Proben auf der Bühne statt, mit dem „richtigen“ Bühnenbild und im Kostüm. Der Beleuchtungsmeister sorgt dafür, dass jede Szene ein passendes Lichtdesign bekommt, die Tontechnik spielt die Musik ein. Die MaskenbildnerInnen frisieren und schminken die DarstellerInnen.

Und dann ist es schließlich soweit: Spätestens eine Stunde vor der Vorstellung müssen alle da und muss alles vorbereitet sein.

Während die Karten verkauft und die Garderobe des Publikums entgegengenommen wird, überprüfen die TechnikerInnen, ob alles funktioniert, machen die SchauspielerInnen Sprechübungen und wärmen die TänzerInnen ihre Körper auf.

Dann wird noch jedem/jeder dreimal über die linke Schulter gespuckt und „toi, toi, toi“ gewünscht – bloß nicht „Danke“ darauf sagen, das bringt Unglück! Alle gehen auf ihre Position, die Türen gehen auf, die ZuschauerInnen gehen auf ihre Plätze. Vorhang auf und Licht an!