Solche Leistungsquerschnitte, wie es Zeugnisse nun einmal sind, haben es in sich, will man sie genau und richtig deuten. Ist eine 3 in Mathe schon ein Grund zur Besorgnis? Wird das Kind durch die schlechte Note in Sport am Schuljahresende versetzungsgefährdet sein? Eltern müssen mit solchen Gedanken vorsichtig umgehen, um den Druck, dem die Kinder heutzutage ohnehin schon ausgesetzt sind, nicht noch unnötig zu erhöhen.

Mit einer 4 kann jeder leben, wenn das übrige Zeugnis ganz gut aussieht. Das Kind wird in diesem Fall eben einfach keine besondere Begabung für das Fach haben oder es kommt mit dem Lehrer nicht zurecht. Hier sollte man gelassen bleiben und die weitere Entwicklung im Auge behalten. Anders verhält es sich, wenn das Kind gleich in mehreren Fächern auf einer 4 steht. Die Gründe dafür lauten dann eher Überforderung oder Unlust.

Nachhilfe: Ja oder Nein?

Im Falle der Überforderung ist ein Nachhilfelehrer zumeist erfolgreicher als im Falle der Unlust. Ein Versuch lohnt sich jedoch in beiden Fällen. Nachhilfe ist auch dann angezeigt, wenn das Kind latent leichte Probleme hat, den Schulstoff allein zu bewältigen und die Eltern selbst dabei nicht mehr helfen können. Manchmal braucht es auch (zusätzlich) einen Schulwechsel, um den Schwierigkeiten des Kindes zu begegnen.

Ein neues Umfeld und ein anderes Lehrer- und Klassenkollektiv können der Lernlaune möglicherweise wieder Vorschub liefern.

Wann und womit beginnnen?

Ein guter, erfahrener Nachhilfelehrer kann in jedem Fall zunächst einmal klären, worin das Problem in einem speziellen Fach überhaupt besteht. Sind es Probleme mit dem Lehrer, mangelnde Begabung, Blockaden oder fehlende Selbstorganisation, die die Schwierigkeiten verursachen, kann ein Nachhilfelehrer durchaus hilfreich sein.

Er kann Tricks und Kniffe vermitteln, wie man durch das Fach einigermaßen gut durchkommt, Lernhilfen stellen oder Zugänge zum Stoff eröffnen. Auch die Lernmotivation kann ein Nachhilfe-Coach unterstützen. Wichtig ist, lieber früher als später professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen; Nachhilfe kann zu jedem Zeitpunkt im Schuljahr beginnen, ist aber nur über einen längeren Zeitraum wirksam.

In allen Fällen gilt jedoch: Nachhilfe ist wie Stützräder. Irgendwann muss man sie wieder entfernen und das Kind allein fahren lassen.