Freude und Interesse am Essen sind außerdem wesentlich für eine kindgerechte Ernährungserziehung und eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Essverhalten. Beides kann ein Kind leichter entwickeln, wenn ihm die Entwicklung von Essritualen, die Auswahl immer wieder neuer Speisen und Eigeninitiative bei der Zubereitung der Speisen ermöglicht werden.

Vorlieben und Abneigungen bei der Auswahl der Lebensmittel prägen bereits ganz früh die späteren Ernährungsgewohnheiten des Kindes. Stehen also frisches Obst und Gemüse nebst Vollkornprodukten täglich auf dem Speiseplan, wird das Kind ganz automatisch frühzeitig an eine frische, vitaminreiche Ernährung gewöhnt.

Erlebnisweltzuwachs

Nehmen Kinder an den notwendigen Lebensmitteleinkäufen teil, wächst ihr Verständnis nicht nur für die notwendigen Besorgungen des Alltags, sondern auch für Vielfalt und Aussehen verschiedenster Obst- und Gemüsesorten. Wählen sie dann außerdem noch selbst aus und helfen womöglich noch beim Heimtragen und Auspacken, wächst das Interesse am Futtergut immens.

Auch die Teilnahme bei der Zubereitung des Gemüses dürfte deren Attraktivität und Genussfreude steigern. Das Hantieren mit Lebensmitteln, Töpfen und Schneebesen macht den Kleinen riesigen Spaß. Kinder müssen auf jeden Fall in der Küche mithelfen dürfen. Zwiebeln schälen, Gurken schneiden, Paprika würfeln, Kartoffelbrei stampfen – der selbstverständliche Umgang mit gesunden Lebensmitteln ist eine wichtige Voraussetzung für eine ausgewogene Ernährung. Und etwas, an dem Kinder mitgearbeitet haben, ist immer leckerer als etwas Vorgesetztes.

Saisonale Frische

Jetzt im Winter ist die Versorgung mit Vitalstoffen essenziell, um gegen Grippe & Co. gewappnet zu sein. Gerade Kinder sind in ihren Betreuungseinrichtungen regelrechten Bakterien- und Virenschleudern ausgesetzt. Damit der Körper auf die Krankheitserreger vorbereitet ist und gegen sie ankämpfen kann, ist ein intaktes Immunsystem sehr wichtig.

Die Ernährung kann im Winter das Immunsystem eines Kindes stärken, indem sie regionales und dementsprechend saisonales Obst und Gemüse sowie Nüsse beinhaltet. Denn diese Nahrungsmittel liefern Gesundstoffe, die uns gegen Viren schützen. Nüsse etwa liefern ungesättigte Fettsäuren. Daraus entstehen im Körper Gewebshormone, die das Immunsystem stabilisieren und Entzündungsprozesse hemmen. 

Regionale Güter

Der heimische Obst- und Gemüsekorb bietet vor allem Äpfel und Birnen sowie Kohlsorten, Lauch, Möhren, Knollensellerie, Rote Bete, Feldsalat und Chicorée. Kohlsorten enthalten Aromastoffe, die genau zur richtigen Jahreszeit vor Infektionen bewahren. Besonders gesund sind Grünkohl und Brokkoli. Kohl ist auch sehr reich an Vitamin C.

Um gegen Grippe & Co. gewappnet zu sein, ist die ausreichende Versorgung mit Vitalstoffen essenziell.

Sogar in Sauerkraut steckt mehr davon als vermutet. Denn Weißkohl liefert Ascorbinogen, eine Vorstufe von Vitamin C, die durch langes Kochen umgewandelt wird. Andere Kohlsorten wie Broccoli sollten allerdings besser nur kurz angedünstet werden, damit die Gesundstoffe nicht verloren gehen.

Viel Vitamin C enthalten auch einige Apfelsorten. Spitzenreiter sind Jonagold, Berlepsch und Braeburn. Selbst in Kartoffeln steckt das Anti-Schnupfen-Vitamin. Man muss also nicht unbedingt Zitrusfrüchte essen, um sein Immunsystem zu unterstützen.

Gemüseliebe

Obst wird von Kindern meist recht gern gegessen. Gemüse aber bleibt oft liegen. Zwar schmeckt Gemüse natürlich nicht so süss wie Obst, doch ist in vielen Fällen weniger der Geschmack, sondern eher die Prägung durch das Elternhaus der Grund für die geringe Gemüsebegeisterung bei Kindern. Wenn Kinder nämlich reichlich Süßes erhalten, gewöhnen sie sich daran. Und süß zu mögen, ist ihr evolutionäres Erbe.

Viele Gemüsesorten haben einen leicht bitteren Geschmack. Und „bitter“ bedeutet in der Natur oft „giftig“. Süßes hingegen ist nie giftig. An den Geschmack von Brokkoli und Paprika müssen sich Kinder also erst gewöhnen. Sie essen außerdem mehr Gemüse, wenn sie die freie Wahl haben.

Und oft ist auch einfach die Darreichungsform entscheidend: in mundgerechte Häppchen und phantasievolle Formen geschnitten, verlocken die farbenfrohen Vitaminboten viel mehr! Ein bisschen Tricksen ist auch erlaubt, wenn beispielsweise gegartes Gemüse zu cremigen Suppen oder Rohkost zu leckeren Smoothies püriert wird.