Eltern fragen sich oft, wo und wie das Baby gesund und sicher schläft. Denn auch wenn die Zahl der SIDS-Fälle („Sudden Infant Death Syndrom“, also plötzlicher Kindstod) in Österreich laut Statistik Austria von 141 Fällen im Jahr 1987 auf 10 Fälle im Jahr 2016 sank, sorgen sich viele Eltern. Zumal man – trotz ungeklärter Ursache für SIDS – auch Umgebungsfaktoren dafür verantwortlich macht.

Die Schlafumgebung – 6 Empfehlungen für Gesundheit und Sicherheit Ihres Babys

  •  „Babys und Kleinkinder brauchen eine rauchfreie Umgebung, vor allem im Schlafzimmer. Das SIDS-Risiko bei Kindern, die passiv rauchen, verdoppelt sich. Wurde auch in der Schwangerschaft geraucht, kann sich das Risiko verdreifachen. Die genauen Zusammenhänge sind noch unklar, aber nach einer Zigarette atmet der Raucher die Schadstoffe noch zwei Stunden lang weiter aus!“, informiert Bernadette Ettl (BSc, freiberufliche Hebamme in Wien, dreifache Mutter).
  • Lassen Sie Ihr Baby bei Ihnen im Raum schlafen (nicht bei rauchenden Eltern). So hören Sie es und sind schnell zur Stelle, wenn es gekuschelt, gewickelt oder gestillt werden möchte. „Ob das Baby im Bett der Eltern schläft oder nicht, ist kontrovers diskutiert. Wichtig ist: Sollte das Baby im Bett der Eltern schlafen, dürfen Alkohol, Drogen und Schlafmittel nicht konsumiert werden!“, fügt Bernadette Ettl hinzu.
  • Zum Schlafen legen Sie Ihr Baby am besten auf den Rücken. Die Bauchlage birgt ein SIDS-Risiko. Auch die Seitenlage ist nicht ratsam, da sich Ihr Baby auf den Bauch rollen könnte.
  • Betten Sie Ihr Baby auf eine feste Matratze ohne Kopfkissen! Verzichten Sie auf weiche Unterlagen (Einsinkgefahr) und Plastiküberzüge (nicht atmungsaktiv).
  • Die Raumtemperatur sollte bei 18°C liegen, regelmäßiges Lüften ist ratsam, schützen Sie Ihr Baby jedoch vor Zugluft!
  • Vermeiden Sie ein Überwärmen des Babys: „Es braucht nach dem ersten Lebensmonat in der Wohnung nicht mehr Bekleidung als Sie. Die Haut zwischen den Schulterblättern sollte warm sein, kalte Hände heißen nicht automatisch, dass dem Baby zu kalt ist. Sind die Füßchen kalt: Socken anziehen!“, rät Bernadette Ettl. „Zum Schlafen sollten Sie ihm über die Windel nur einen Schlafanzug ziehen. Verzichten Sie auf eine lose Decke (Gefahr der Überhitzung und CO2-Rückatmung). Stecken Sie Ihr Baby besser in einen atmungsaktiven und schadstofffreien Schlafsack, dessen Halsöffnung nicht größer als der Kopf sein darf. Die Faustregel Körpergröße minus Kopflänge plus zehn Zentimeter hilft beim Kauf der richtigen Schlafsackgröße.“
  • Auch das Stillen hat sich als Schutzfaktor vor SIDS erwiesen.

*http://www.swiss-paediatrics.org/sites/default/files/empfehlungen/empfehlungen/pdf/2013.11.26_empfehlungen_bedsharing_ploetzicher_kindstod.pdf