Sie sind Mutter von drei Kindern und das vierte ist gerade unterwegs. Wie läuft das bei Ihnen eigentlich so im Alltag?

Viel Organisation, viel Planung, viel Chaos, aber auch ganz viel Liebe! Es läuft einfach – muss ja! Ich habe kein Rezept oder einen Familienplan. Ich kaufe zwar immer wieder Familienplaner, aber die machen mich dann nervös und im Endeffekt werfe ich sie gleich wieder weg (lacht).

Sie sind mit 42 Jahren noch einmal schwanger geworden. Im Vergleich zu Ihren früheren Schwangerschaften: Was hat sich geändert?

Jede Schwangerschaft ist natürlich anders und zum Ende hin wird es einfach beschwerlich. Wenn jemand sagt, dass alles immer Friede-Freude ist, dann kann ich das nicht glauben. Ich habe mein erstes Kind mit 32 Jahren bekommen. Natürlich ist es jetzt nicht komplett anders. Außer, dass ich es gerade sehr liebe, weil es definitiv meine letzte Schwangerschaft sein wird!

Wollten Sie immer schon eine große Familie haben?

Nein, das hat sich so ergeben. Ich hatte keinen Masterplan à la Einfamilienhaus mit Kindern, sondern mir war wichtig, mein Leben zu leben, in meinem Beruf zu arbeiten und Karriere zu machen, mich zu verwirklichen und Spaß zu haben. Bevor man die Liebe an jemand anderen weitergeben kann, muss man sich zuerst selbst lieben.

Stichwort Kind(er) und Karriere: Bedeutet die Verknüpfung für Sie eine Mammutaufgabe oder läuft das – wie Sie bereits gesagt haben – auch einfach mit?

Es läuft! Ich brauche meinen Beruf, um etwas Eigenes für mich zu haben. Arbeit ist für mich ein Ausgleich und Ruhepol. Das Problem ist ja heute, dass Frauen oftmals einer Doppelbelastung ausgesetzt sind. Ich habe einen tollen Mann, der wirklich viel mit macht. Oftmals ist es aber anders! Wenn ich mir vorstelle, ich wäre ganz allein ohne Kinderfrau mit meinen vier Kindern, muss auf dem Weg zur Arbeit vielleicht noch im Kindergarten oder in der Schule vorbeikommen, mit den Kindern die Hausaufgaben erledigen und am Abend kommt der Mann nach Hause und möchte bekocht werden ... das geht natürlich nicht!

Das ist doch hoffentlich schon ein bisschen ein überholtes Bild, oder?

Nein, das glaube ich nicht! Viele Frauen machen sich den Druck, nur dann zu funktionieren, wenn sie alles selber machen.

Und was hilft, denken Sie, dabei Druck abzulassen?

Ich glaube, es hilft zu sagen: Ich bin perfekt, selbst wenn ich nicht alles kann! Man darf sich zugestehen, dass man etwas nicht kann oder nicht mag und kann es outsourcen. Ich koche zum Beispiel sehr gern, aber wenn der Herr Karl nach Hause kommt, dann lasse ich den Löffel fallen, weil er einfach noch besser kocht als ich. Nicht unbedingt schmackhafter, aber besser (lacht)!

Im April wird Ihr zweites Buch „Qualle vor Malle. Frau Uhlig macht Urlaub“ erscheinen. Worum wird es gehen und was hat Sie dazu inspiriert?

Im Buch geht es um mich und meinen Wahnsinn (lacht). Und einen Familienurlaub, den wir auf Mallorca hatten, den ich komplett verbucht habe: Angefangen von Zimmerwechsel über die Schlacht ums kalte Buffet bis hin zum Strand voller Quallen und freigeistige Kinder, die einfach verloren gehen, als man sich nur kurz umgedreht hat. Es ist eine lustige Urlaubslektüre, die einfach Spaß machen soll!

Apropos Spaß: Wie viel Selbsthumor steckt im Buch?

Ohne geht’s ja gar nicht! Ich lese ja selbst gern darüber, wenn Menschen von einer Geschichte in die nächste stolpern und man sagen kann: Siehst du, die hat das gleiche Problem wie du! Es ist eine Befreiung, darüber zu schreiben, und ich denke mir: Mann, Mann, Mann, du bist schon ein bisschen verrückt, Uhlig!