Ein gutes Buch, ein großer Baum und ein bisschen Zeit: Mehr braucht es für Schauspieler Manuel Rubey nicht zum perfekten Sommer. „Das ist eigentlich schon alles, was mein Herz im Sommer begehrt.“ Wegfahren muss für ihn eigentlich gar nicht sein, denn auch der Stadtsommer – vor allem in Wien – hat seine großen Vorteile. Grillen auf der Dachterrasse von Freunden zum Beispiel, ein Sprung in die kalte Alte Donau oder „Hugo“ – ein Mischgetränk aus  Prosecco, Holunderblüten-Sirup, frischer Minze, Limette und Mineralwasser –, das sich seit einiger Zeit auch in den Schanigärten Wiens durchsetzt.

Zu heiß darf es aber auf keinen Fall sein – auch wenn sich Rubey eigentlich nicht so gerne unter den „Wetterjammerern“ sieht. Deshalb ist der Schauspieler und Kabarettist im Sommer am ehesten auf der Suche nach gemütlichen Schattenplätzen: In Gastgärten mit großen schattenspendenden Bäumen oder auf den Steinhofgründen – „einem kleinen Stück Natur mitten in der Stadt.“ Das ist ihm auch weitaus lieber als die „schon ein bisschen absurden“ Versuche, den Strand in die Stadt zu versetzen.

Hitzeflucht

Wird die Hitze zu groß, hilft nur die Flucht nach vorne: „Wien ist da besonders geeignet, weil es so viele Altbauten hat.“ Die halten kühl.

Denn: „Wenn es zu heiß ist, werde ich antriebslos“, sagt Rubey. Also muss es im Hochsommer ein Altwiener Café oder die eigene Wohnung sein. Stiegenhäuser sind zur Abkühlung auch optimal, empfiehlt der Schauspieler. Einen ganz kühlen Kopf gibt es dann mit einem Museums- oder Kinobesuch. „Oder man fährt einfach nach Island“, scherzt Rubey. Das klappt aber nicht immer. Weil die Sommerplanungen durch Drehtermine, Auftritte und ein Kind im schulpflichtigen Alter in den letzten Jahren immer schwierig war, bleibt Rubey gerne mal einfach da.

Wenn es ihn dann doch in die Ferne zieht – Kinder verlangen schließlich ab und zu auch Action – darf es das kühle Waldviertel sein oder auch eine einsame griechische Bucht. Auch wenn es dort eigentlich zu heiß ist, kommen die Kinder auf ihre Strand-, Sonne- und Meerkosten. Mit den Kindern hielt auch die tägliche Diskussion ums Eis Einzug – „Ich selbst bin ja kein so Süßer“, meint der Schauspieler. Im Zweifelsfall muss es aber Stracciatella und Zitrone sein.

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Seine eigenen Kindheitssommer hat der 34-Jährige häufig auf klassischen Italien- oder Griechenland-Urlauben verbracht. In Erinnerung sind ihm dabei aber vor allem die Raststationen geblieben. „Ich war ein riesiger Raststationen-Fan“, erzählt Rubey, „dort gab es Kindermenüs und Kronen.“

Dürfte er es sich heute aussuchen, würde ihn sein Urlaubsweg in die nicht-touristischen Flecken Italiens führen: Zu viel gutem Essen und Wein. Bis sich das sowohl beruflich als auch in Sachen Familienunterhaltung wieder ausgeht, nimmt er dann doch mit einem Wiener Schatten und einem guten Buch vorlieb. „Ich lese immer mehrere Bücher parallel – je nach Stimmung“, sagt er. Derzeit sind es unter anderem ein alter Science-Fiction-Kriminalroman, die „Odyssee des Drehbuchschreibens“ und großstadtneurotische Betrachtungen eines Schweizer Gegenwartsautors.

Sommerliche Spontanität

Aber auch die sportliche Seite soll diesen Sommer nicht zu kurz kommen. „Ich habe das Gefühl, dass sich im Sommer, gerade in Sachen Bewegung, viel mehr ausgeht und viel mehr spontan möglich ist.“ Zum Beispiel Tennis spielen; immerhin wollte der Schauspieler und Kabarettist in seiner Jugend sogar kurzfristig Tennis-Profi werden. „Das war dann aber doch bar jeder Aussicht.“  Der Sportplatz ist auch der einzige Ort – neben dem Bad – an dem für Rubey kurze Hosen an Männern erlaubt sind. „Ich bin ein kategorischer Kurze Hosen-Verweigerer. Das ist ein Nachteil des Sommers: Er hat dieses wirklich größte optische Verbrechen ans Tageslicht gebracht.“ Hier gilt: Schönheit muss leiden und das auch bei 50 Grad im Schatten.

Ein Fazit zum Sommer in der Stadt? „Ich finde, dass die Sommer mit dem Älterwerden angenehmer werden“, meint Rubey. Waren früher Interrail und Festivals die Vorstellung einer idealen Sommernacht, sieht die heute ganz anders aus. „So ein Sommerabend in einer Laube im Garten, der mit gutem Essen beginnt und viel Rotwein endet. Und kurz bevor es dämmert auch noch ein kleiner Sommerregen: Das ist so ziemlich das Beste, was das Leben zu bieten hat.“