Im Grunde genommen ist es ganz einfach. Mehl, Wasser und Hefe ergeben den Brotteig. So simpel und trotzdem steckt hinter dem Brotbacken weit mehr als bloßes Mischen, Kneten und in den Ofen schieben. Erfahrung, Fingerspitzengefühl und jede Menge Geheimtipps ranken sich um das Backen des runden Laibes und seiner unterschiedlichen kleinen Gebäckvariationen.

Ob zum Frühstück bestrichen mit Butter, Honig oder Marmelade, als Beilage zu Suppen und Salaten oder als Grundlage für eine gute Jause – Brot gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Geschmacksrichtungen. In den letzten Jahren haben sich mehr und mehr Menschen dazu entschlossen, ihr Brot wieder selber zu backen. Weniger aus dem Grund, den Bedarf am Grundnahrungsmittel schlechthin zu decken, sondern viel eher um genussvoll und entschleunigt eigene Köstlichkeiten zu kreieren.

Brot als Lebensmittel und Kulturgut

Brot ist wohl eines der traditionellsten Lebensmittel, das wir kennen und jenes Nahrungsmittel, das sich seit jeher symbolisch und spirituell bedienen lässt. Kein Wunder also, dass die Geschichte noch viel älter ist als es steinhartes Brot jemals sein könnte. Denn Funde bestätigen, dass es schon in der Steinzeit Vorläufer unseres heutigen Brotes gab.

Vom gebackenen Brot waren unsere Vorfahren aber noch weit entfernt – denn der angerührte Brei aus zerstampftem Getreide wurde nur getrocknet. Erst die alten Ägypter entwickelten die Technik rund um das Fladenbrot so weiter, dass sogar bereits erste Bäckereien entstanden. Über Griechen und Römer fand das Brot schließlich auch seinen Weg Richtung Mitteleuropa.

Nach und nach wurde das Wissen rund um Brot so weiterentwickelt, dass die Entdeckung des Gärungsprozesses so einiges revolutionierte. Denn von nun an ließ man Brot auch gehen. Und somit wurde auch die richtige Dauer an Zeit eine wichtige Zutat für das Backen des perfekten Brotes.

Vielfältiges Grundnahrungsmittel

Die Getreidevielfalt (Mittel-)Europas ließ viele verschiedenen Brotsorten entstehen, die wir heute täglich genießen können. Von klassischen Brotgetreidesorten wie Weizen, Roggen und Dinkel bis hin zu wiederentdeckten Sorten wie Kamut, Einkorn, Buchweizen oder Amaranth – die Vielzahl an Grundzutaten ist heute so groß wie noch nie.

Zusätzlich dazu gibt es verschiedene Backkulturen bzw. regionale Unterschiede und Spezialitäten, wie etwa französisches Baguette, deutsches Sauerteigbrot oder klassisches österreichisches Schwarzbrot. Eines haben aber alle gemein: Brot war über lange Zeit und ist teilweise immer noch vor allem wegen der Kohlenhydratzufuhr eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel.

Vor dem Hintergrund von Bäckerei-Schließungen und fertigen Supermarkt-Backwaren also kein Wunder, dass sich gerade in den letzten Jahren mehr und mehr Menschen für das Selberbacken begeistern.

Küchenhelfer in der Backstube

Wie man eigenes Brot genau bäckt, dafür gibt es nicht nur online jede Menge Rezepte und Anleitungen, sondern auch viele Brotbackkurse. Dabei lernen die TeilnehmerInnen nicht nur wie man richtig bäckt, sondern auch, welche Zutaten es dafür in welcher Qualität braucht und welche neuen Kreationen es wert sind, auch selbst einmal zu Hause ausprobiert zu werden. Aber nicht nur Backprofis geben ihr Wissen weiter, sondern auch der Handel hat auf den Brotback-Hype reagiert.

So gelingt das Backen mit diversen Brotbackautomaten schon fast von allein. Verschiedene Programme ermöglichen mit wenigen Handgriffen die Herstellung von Brot und Gebäck, wobei einige Automaten eigentlich kleine Küchenmaschinen sind, die beispielsweise auch Pizza- oder Pastateige herstellen können.

Wer in der Küche bzw. Backstube also gern experimentiert, auf einfache Bedienungen und leichte Reinigung setzt, sollte auf die einzelnen Funktionen achten. Immerhin gibt es unterschiedliche Bräunungsstufen, Größen und Eignungen für Getreidesorten. So oder so spart man sich auf jeden Fall Zeit – gerade wenn man frisches, selbst gebackenes Brot zum Frühstück genießen möchte.

Geschmackvoller Brotgenuss für alle

Ob Vollkorn-, Fladen-, Misch-, Schwarz-, Weiß- oder Knäckebrot, ob Toast, Baguette oder Kleingebäck – die Auswahl an möglichen Backsorten ist groß. Spezialteige mit Gemüse oder Früchten, Samen oder Kernen geben dem Gebäck außerdem noch das gewisse Etwas. So können beispielsweise Karotten, Kürbiskerne, Sesam, Sonnenblumenkerne oder die verschiedensten Gewürze geschmackvolle Ergänzungen sein.

Einfach ausprobieren kann man das auch zu Hause, wobei der Kreativität dank verschiedener Hilfsmittel kaum Grenzen gesetzt sind. Alternative Mehlsorten oder Triebmittel für Menschen mit Gluten- oder Hefeunverträglichkeiten erweitern außerdem das Sortiment und ermöglichen Brotgenuss für alle.

Von Familienvorlieben bis hin zur experimentierfreudigen Foodie-Szene erlebt das traditionelle Handwerk des Brotbackens für zu Hause also ein Revival. Und wer könnte dem Duft von frisch gebackenem Brot schon wiederstehen?