Wer wünscht sich nicht in der Früh erholt aufzuwachen und unbeschwert in den Tag zu starten? Viele Menschen kennen dies wahrscheinlich nur aus dem Urlaub. Aber jeder Tag kann mit einem guten Morgen beginnen.  Was einem gut tut am Morgen oder wichtig ist für einen guten Start in den Morgen, darüber müssen die meisten am wenigsten nachdenken. Jeder hat für sich eine Idee, wie er gerne in den Tag starten möchte: ausgeschlafen, mit einem gesunden Frühstück, fit oder entspannt. Aber wie kann es gelingen, sein Verhalten so umzustellen, dass es auch von Erfolg gekrönt ist? Was sind die Geheimnisse für gelungene Verhaltensumstellung?

Dr. Stefan Höfer
Gesundheitspsychologe, Assoziierter Professor

Wer plant, gewinnt!

Motivation ist hilfreich, aber nicht ausreichend, da Motivation noch nicht gleich bedeutend ist mit der praktischen Umsetzung eines neuen Verhaltens. Verschiedene Komponenten für die Umsetzung für Verhaltensänderungswünsche spielen hier eine Rolle: soziale Normen (z.B. gesellschaftliche Vorbilder) haben ebenso eine Bedeutung wie die wahrgenommene Kontrolle über eigenes Verhalten und die Überzeugung selbst in schwierigen Situationen gewünschte Verhaltensweisen umzusetzen. Verhalten „passiert“ uns nicht, Verhalten lässt sich planen. Diese Pläne zur Verhaltensänderung haben sich nachweislich als erfolgreich heraus gestellt, insbesondere je konkreter diese sind. Dabei sind folgende Punkte essenziell: Wann möchte ich was wo machen (vielleicht noch mit wem und wie lange). Je weniger abstrakt die Verhaltensänderung ausformuliert wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, diese auch erfolgreich umsetzen zu können, z.B.: Jeden Montagmorgen möchte ich von 7:00-7:20 ein gesundes Frühstück zu mir nehmen.

Je größer ein Projekt, desto größer die Katastrophe

Noch mehr zum Gelingen der Verhaltensänderung kann man beitragen, indem man Vorkehrungen für mögliche Stolpersteine trifft. Wenn ich verschlafe, dann packe ich mir das gesunde Frühstück ein und esse es im Büro, so könnte z.B. eine Lösungsmöglichkeit für den Stolperstein „Verschlafen“ lauten. Sich vor dem inneren Auge das neue Verhalten (z.B. Morgensport) zu visualisieren, kann ebenfalls hilfreich sein. Entscheidend für die Verhaltensänderung ist auch, dass die Wünsche oder Vorstellungen was ich verändern möchte, aus einem Selbst kommen und nicht von außen aufgezwungen werden.

Einmal erfolgreich die Alltagsroutine umgestellt, bedeutet noch nicht gleich, dass es ewig so weiter gehen wird. Bei der Aufrechterhaltung der Verhaltensumstellung ist es hilfreich, sich seine Erfolge bewusst zu machen, in dem diese z.B. dokumentiert werden. Auch ein Rückschlag ist kein Drama, sondern eigentlich der Normalfall. Stolpern und Hinfallen hat keine Bedeutung, das Wieder-aufstehen ist essenziell.

Rezept

Bevor Sie sich jetzt ins Planen stürzen, fragen Sie sich einmal selbst: Was ist mein Rezept für einen guten Morgen: Und dann überlegen Sie folge ich meinem Rezept eigentlich? Jedes Rezept benötigt Zutaten. Habe ich die Zutaten für meinen guten Morgen oder was benötige ich dafür? Wenn ich dafür etwas benötige, wann wäre ein guter Zeitpunkt, das zu organisieren? Hilfreich ist auch, am Abend jeden Tages einmal zu reflektieren: Wie war mein Start in den heutigen Tag und wie hat sich der Start ausgewirkt auf den weiteren Verlauf? Was war hilfreich und was möchte ich am nächsten Morgen besser machen? Die Reflexion hilft auch hier, schrittweise ans Ziel zu kommen.