Sie spielen bei den Vorstadtweibern die selbstbewusste, intrigante Vanessa. Wie fühlen Sie sich in dieser Rolle?

Ich habe noch nie so eine Rolle gespielt und habe mich deshalb sehr darüber gefreut. Das Schöne an den Charakteren ist, dass sie sehr komplex sind und man sie nicht in gut und böse einordnen kann. Man fühlt irrsinnig mit, sie haben etwas Menschliches. Man kann sich identifizieren und ihre Handlungen nachvollziehen.

Inwiefern werden Sie von Ihren Rollen geprägt?

Man kann von jeder Rolle etwas mitnehmen. Als SchauspielerInnen lernen wir, uns in sehr viele unterschiedliche Charaktere hineinzuversetzen. Alle Figuren bereichern mein Leben und bilden mir einen größeren Horizont für Menschliches aus.

Wie halten Sie die Balance im Leben?

Ich mache gern Yoga und gehe seit kurzem auch Boxen. Beides ist ein guter Ausgleich, weil man sich auf nur eine Sache konzentriert. Und ich finde es gut, manchmal einfach gar nichts zu machen, an die Decke zu starren und den Tagträumen freien Lauf zu lassen. Gerade in einer hektischen Zeit wie dieser lässt man dem Unterbewusstsein oft kaum Zeit, zu arbeiten. Ich finde das aber wichtig und inspirierend, auch für meine Rollen.

Wie schaffen Sie es, Ihren zeitaufwendigen Beruf und Ihr Privatleben unter einen Hut zu bekommen?

Das muss ich erst lernen, da bin ich gerade dabei. Ich versuche zum Beispiel, mich innerlich auf Dinge vorzubereiten, sie zu visualisieren. Es ist besser im Moment zu leben, als in Gedanken schon wieder beim nächsten Termin zu sein.