Herr Abdallah, seit wann nutzen Sie mobile Geräte?

Ich hatte das Glück, die gesamte Entwicklung mitzuerleben: Von den ersten digitalen Palm-Geräten bis hin zum Smartphone und Tablet-PC. Zurückbetrachtet war mein erstes portables Geräte die Fernabfrage meines Anrufbeantworters. Ich bin selbst sehr mobil, sowohl beruflich als auch privat. Dabei ist die mobile Technik für mich ein Segen, da man all seine Dinge, die man zuvor nur lokal nutzen konnte, nun ständig bei sich haben kann.

Gerade in diesem Bereich kommen ständig Innovationen und neue Erfindungen auf den Markt. Wie sehr lassen Sie sich da mitreißen?

Neuerungen teste ich gerne aus. Verschiedene Smartphone-Größen, gewölbtes Display oder Smart-Watches. Meine Erfahrung sagt mir aber: Warte immer eine Generation ab – dann kommt das ausgereiftere Modell. Letztendlich ist mir wichtig, dass die Technik dahinter stimmt. Die Akkulaufzeiten müssen vernünftig sein, es sollte einen tatsächlichen Nutzen haben. Ich folge ungern jedem Hype.

Mobile Technik verdrängt oder ersetzt oft traditionelle Medien und Geräte. Was halten Sie beispielsweise von E-Books?

Aiman Abdallah
ist deutscher Fernsehmoderator und ehemaliger Rugby-Nationalspieler. Seit 1998 moderiert der 48jährige das Wissensmagazin Galileo.

Foto:© ProSieben/Paul Schirnhofer

Hier habe ich zwei Standpunkte: Es gibt nichts besseres, als im Urlaub ein neues Buch zu öffnen, etwas Haptisches in der Hand zu haben. Auf der anderen Seite haben E-Books viele Vorteile: Man kann sich jederzeit neue Bücher runterladen – man trägt eine riesige Datenbank mit sich, die es einem erlaubt, ständig auf ein schier unendliches Bücherregal zuzugreifen.

Smartphone oder Tablet-PC?

Tatsächlich ist das Smartphone sehr praktisch für das Wissen und die schnelle Information aus der Hosentasche. Das Tablet ist in seiner Größe jedoch praktischer, um komfortabler zu schreiben oder zu lesen. Dabei ist die Frage: Was passt noch in die Hosentasche, was kommt in die Aktentasche? Ein Smartphone in vernünftiger Größe und ein leichtes Tablet sind die perfekte Kombination.

Der Siegeszug portabler Technik hat letztendlich nicht nur die Geräte verändert, sondern auch die dazugehörige Software. Welche Apps nutzen Sie persönlich?

Einzelne Apps hervorzuheben finde ich schwierig. Es kommt dabei auf Kombinationen an. Das Schöne an Apps ist, dass man direkten Zugriff beispielsweise auf Zeitungen oder Spiele hat. Eine gute Mischung verschiedener Apps ermöglicht es einem, sehr gut durch den Arbeits- und Privatalltag zu kommen.

Wie sehr bestimmt portable Technik Ihren Alltag?

Es ist schön, dass uns all diese Dinge angeboten werden. Was wir daraus machen, ist aber letztendlich unsere Sache. Jeder hat es selbst in der Hand, ob er permanent mit dem Smartphone Mails liest oder spielt. Portable Technik ist Segen und Fluch zugleich.
Theoretisch müsste es auch einen Knigge für mobile Technik geben, der eine gewisse Rücksichtnahme in diesem Bereich vermittelt: Dass das Telefon nicht immer klingelt, egal wo man ist, dass man nicht immer auf diesen Screen starrt. Das sind alles Punkte, die ich persönlich versuche einzuhalten.

Können Sie sich einen Tag ohne portable Technik vorstellen?

Es ist schon so, dass ich die mobile Kommunikation sehr genieße. Aber auf der anderen Seite ist so ein Funkloch auch mal was Schönes – einmal nicht erreichbar zu sein.