Eine falsche Bewegung, mit den Gedanken kurz woanders – und schon ist etwas passiert. Davor ist niemand gefeit, selbst bei größter Vorsicht und umsichtigem Lebensstil nicht. Aber was bedeutet Vorsorge im Zusammenhang mit Jungfamilien eigentlich? Aus meiner Sicht gilt es, existenzbedrohende Risiken zu erkennen, einzuschätzen und abzusichern.

Dreifache Absicherung

Allen voran müssen die drei Lebensrisiken Krankheit, Unfall und Tod abgesichert werden. Im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls springt in jedem Fall die staatliche Kranken- und Unfallversicherung ein. Oftmals reichen diese Mittel allerdings nicht aus, um den Lebensstandard aufrechtzuerhalten oder notwendig gewordene Umbauarbeiten zu finanzieren.

Eine private Unfallversicherung für die gesamte Familie mit ausreichend hohem Schutz ist deshalb unverzichtbar. Nicht nur, weil die gesetzliche Unfallrente nur zur Existenzsicherung dient, sondern auch, weil Unfälle in Freizeit und Haushalt durch diese nicht gedeckt sind und zudem häufiger vorkommen.

Darüber hinaus sollte man den Abschluss einer Ablebensversicherung überlegen. Das gilt vor allem dann, wenn die Familie stark von einem Einkommensbezieher abhängig ist oder wenn für die Wohnraumschaffung eine Fremdfinanzierung benötigt wurde.

Wohlüberlegte Vorsorge

Neben diesen drei Aspekten sollte auch die berufliche Vorsorge thematisiert werden. Dazu gehören Fragen wie: Was passiert bei Arbeitsplatzverlust oder was bedeutet eine Reduktion der Arbeitszeit für's Familienbudget? Diejenige Person, welche das Arbeitspensum reduziert, vermindert damit auch die staatlichen Vorsorgeleistungen.

Risiken wie Naturkatastrophen oder Kriminalität zielen fast ausschließlich auf das vorhandene Eigentum ab. Hier gilt es wiederum, das eigene Risiko einzuschätzen und gegebenenfalls abzusichern.

Monetäre Planung

All diese genannten Risiken haben eines gemeinsam, nämlich einen mehr oder weniger großen Einfluss auf die finanzielle Situation einer Familie. Schätzen Mutter und Vater diese Risiken richtig ein und gehen entsprechend damit um, steht einer unbeschwerten Kindheit nichts im Wege.

Je nach Einkommenssituation wird es auch sinnvoll sein, einerseits eine finanzielle Reserve anzulegen („Notgroschen“), andererseits für bestimmte Zukunftsprojekte, vor allem die Ausbildung, anzusparen. Dabei sollte man aber hochkomplexe, undurchschaubare und unflexible Geldanlagekonzepte meiden.

Wer seine eigene Risikosituation kennenlernen möchte, kann das anonym und unentgeltlich mit dem VKI-Risiko-Check (vki.at/risiko-check) tun. Aus der Lebenssituation, dem Schadenspotenzial und den Ansprüchen auf staatliche Leistungen werden die individuellen Risiken analysiert, berechnet und priorisiert.