Der Sommer steht vor der Tür. Und mit ihm viele sonnige Tage. Was gibt es da Schöneres, als an einem schattigen Plätzchen im Garten oder auf dem Balkon die Seele baumeln zu lassen. Dass es für die optimale Schattierung einige wichtige Aspekte zu berücksichtigen gilt, weiß Gartengestaltungsexperte und „GaLabauverband“-Präsident Herbert Eichhorn.

Prognosen deuten heuer wieder auf einen heißen Sommer hin. Das heißt: viel Sonne. Was würden sie für ein Beschattungssystem empfehlen?

Prinzipiell ist der natürliche Schatten mit Bäumen ideal. Der Baum lässt im Winter das Licht durch, im Sommer bietet er eine schattenspende Wirkung. Der Mensch empfindet den Schatten des Baumes als sehr angenehm. Künstliche Beschattung wie beispielsweise der Sonnenschirm hat wiederum den Vorteil, dass man diese jederzeit örtlich verändern bzw. zurückfahren kann.   

Was gibt es generell für künstliche Beschattungssysteme? Und wo liegen die qualitativen Unterschiede?

Der Klassiker unter den Beschattungssystemen ist der Sonnenschirm. Die Vorteile sind klar: er ist flexibel, einfach aufzustellen und günstig in der Anschaffung. Als zweiter Schattierungsklassiker gilt die Markise: vor allem bei Terrassen ist diese sehr beliebt. Komfort bieten Markisen oftmals mit elektronischer Fernbedienung zur Steuerung. Die Pergola wiederum erweist sich als vielseitiger Schattenspender. So lassen sich Pergolen beispielsweise auch mit Lamellendächern ausstatten. Populär geworden sind auch Zelte. Abgeleitet vom Partyzelt sind diese mit Metallkonstruktionen versehen, die sich im Winter abbauen lassen.

In der modernen Garten- und Terrassenarchitektur haben sich auch Lamellenkonstruktionen etabliert. Diese bieten bei Sonne nahezu 100 Prozent Schattierung. Teilweise gibt es auch verstellbare Lamellen, die im Winter eingezogen werden können und so Lichtdurchflutung gewährleisten. Immer moderner werden auch Gartenmöbel mit integriertem Sonnenschutz. Meist sind hier Liegen mit Sonnendach und individuellem Design ausgestattet.

Ein künstlicher Sonnenschutz ist auch Stilelement. Welche Bedeutung haben Design und Funktion?

Ganz starken Einfluss auf die Garten- und Terrassenarchitektur haben Sonnensegel. Diese brechen den oftmals schlichten, kubistischen Stil gewissermaßen auf. Sonnensegelmodelle mit Flügeln wie Rochen setzen formschöne Designakzente. Angepasst an den Kubismus der Architektur gibt es auch Pergolendächer, die in quadratischer Form hergestellt werden. Lamellen und Segeldächer werden optisch immer ausgefeilter bei der Schattierung. Selbst die statischen Markisen werden immer häufiger schon bei der Grundplanung von Garten und Terrasse mitberücksichtigt. Dabei arbeiten Gartenarchitekten und Hochbauarchitekten zusammen.

Inwieweit spielen Beschattungs- und Sonnenschutzsysteme für das Klima in und rund um Haus und Wohnung eine Rolle?

Mittlerweile spielen diese eine große Rolle. In der modernen Architektur findet man immer mehr Glas bei der Hausgestaltung. Dies kann zur Überhitzung im Innenbereich führen. Außenjalousien sind deshalb immer wichtiger geworden.
In der Gartengestaltung ist der Schatten ebenfalls sehr wichtig, um beispielsweise für Kräuter und Pflanzen ein eigenes Klima zu schaffen. Wir sprechen in der Gartengestaltung von Mikroklima, um bestimmten Pflanzen und Tieren besondere Lebensbedingungen zu ermöglichen. 

Eine Terrasse zu beschatten ist etwas anderes, als einen Garten zu beschatten. Worauf muss hier jeweils geachtet werden?

Eine Terrasse kann nur am Rand mit Bäumen beschattet werden. Zudem muss die Sonnenlaufbahn beachten werden. Wenn der Baum falsch gepflanzt wird, bietet er keinen Schatten.

Eine Innovation sind Lamellendächer mit Nebelanlagen: dabei wird Wasser ganz fein zerstäubt. Dies kühlt den Luftraum ab und verströmt das angenehme Gefühl eines kühlen Hauchs.

Man kann sagen: Im Garten lassen sich durch Beschattungen schöne Räume der Ruhe und Entspannung gestalten. Ein angenehm schattiger Bereich im Garten und auf der Terrasse schafft einen neuen, erweiterten Lebensraum.