Zum Einstieg, ein Klassiker: Was ist Ihr Lieblingsgericht?

Und da kann auch nur ein Klassiker meine Antwort sein. Das profane Wiener Schnitzel. Gibt es was Schöneres in Sachen Textur? Saftig, kross, fleischlich! Ich bräuchte nicht einmal Zitrone dazu. Ich weiß, man sollte es ganz sicher nicht jeden Tag essen. Aber ich könnte!

Was macht gutes Essen für Sie aus und was darf auf dem Esstisch nicht fehlen?

Ein gutes Essen muss immer ausgewogen sein. Damit meine ich nicht etwa gesund, sondern vor allem in sich harmonisch. Salz, Zucker, Säure und Röstaromen machen unheimlich viel aus. Wie wenig da sehr viel ausmachen kann, erlebt man fast täglich. Denken sie nur an salzlos gekochte Nudeln!

Welche Dinge sind speziell im Sommer bei der Ernährung zu beachten?

Es klingt ja fast schon gebetsmühlenartig fad. Aber ein Plus an Fisch, Geflügel und vor allem viel Gemüse muss einfach sein. Und natürlich viel trinken ...

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Zutaten auf Regionalität?

Als Koch fühle ich mich automatisch jenen Zutaten näher, die aus derselben Gegend stammen wie ich. Denn wenn ich die Zutaten besser kenne, dann weiß ich auch, wie ich sie besser einsetzen kann. Und davon haben dann auch meine Gäste etwas.

Woran erkennen Sie hochwertige Qualität von Fleisch und Gemüse?

Entweder kenne ich den Händler oder den Verkäufer sehr gut oder ich achte auf die wichtigsten Gütesiegel.

Welche Rolle spielen Gewürze in Ihrer Küche?

Für mich sind Gewürze wie für einen Maler die Farben. Ohne sie wäre alles fad, grau und traurig. Und mit ihnen zieht erst das Leben ein.

Ihre Beweggründe, Koch zu werden?

Es gab eigentlich keinen Grund. Es ist ja auch kein Beruf. Sondern mehr eine Berufung. Menschen mit gutem Essen glücklich zu machen, ist ein wahnsinnig schönes Gefühl. Macht mich das jetzt eigentlich zum Egoisten?

Wenn Sie die Wahl hätten, mit wem würden Sie gern mal in der Küche zusammenarbeiten?

Da gibt es viele, weil man ja als Koch niemals ausgelernt hat. Natürlich wäre Paul Bocuse schön. Aber in Wirklichkeit lerne ich von einem Jungkoch im Stadtgasthaus Eisvogel oft genauso viel Neues wie von einem weltberühmten Drei-Sterne-Koch.

Wie stehen Sie zu dem Sprichwort: „Das Auge isst mit“?

Gerade für jemanden, der viel vor der Kamera steht, gilt dieser Spruch besonders. Gleichzeitig gibt es auch so viele Dinge, die wunderbar schmecken, aber nicht danach aussehen. Allein schon dunkle Schokolade ... Austern und Schnecken sind auch nicht schön. Das Auge isst immer mit, aber man kann den Menschen auch durch andere Beschreibungen Appetit machen...

Wie stellen Sie sich den perfekten Sommertag vor?

Mit meiner Familie. Egal, ob am Strand oder in den Bergen. Das und ein bisschen Entspannung. Mehr brauche ich eigentlich nicht ...