Dr. Gerhard Oberthaler
Facharzt für Unfallchirurgie und Vizepräsident der Gesellschaft für Orthopädisch- Traumatologische Sportmedizin
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Die Sonne scheint und milde Temperaturen machen Lust auf mehr. Gerade nach einem langen und düsteren Winter freuen sich Körper und Seele auf Bewegung und Sport in der Natur.

„Moderate Bewegung ist prinzipiell sehr gesund und positiv für Körper und Seele. Bewegung und Sport im Freien wirkt sich aber besonders positiv aus, da die Freude an der Natur noch dazu kommt, im Gegensatz zum Sport im Fitnessstudio“, erläutert Dr. Gerhard Oberthaler, Facharzt für Unfallchirurgie und Vizepräsident der Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin. Zahlreiche Outdoor-Aktivitäten und Freiluftsportarten bieten sich an, um die schönste Jahreszeit so richtig zu genießen und seinem Körper etwas Gutes zu tun.

 

Die Sportart muss zum Sportler passen

Doch Vorsicht! Nicht jede Sportart ist für jeden Menschen gleich gut geeignet. „Jeder kann sicherlich nicht jede Sportart ausüben, die er sich in den Kopf setzt“, so Dr. Oberthaler. „Wer in seiner Kindheit und Jugendzeit Sport betrieben hat und somit viele Bewegungsmuster abgespeichert hat, wird die als Wiedereinsteiger besser und einfacher wieder aufrufen können als jemand, der gewisse Sportarten noch nie im Leben ausgeübt hat. Für solche Ersteinsteiger empfehlen sich einige Stunden bei einem professionellen Trainer, um sich die optimalen Bewegungsabläufe erklären zu lassen.“

Laut dem Sportarzt ist jede körperliche Betätigung grundsätzlich zu bejahen. Doch sollte man bei der Wahl des neuen Lieblingssports auch die körperlichen Rahmenbedingungen nicht außer Acht lassen. Dazu Dr. Oberthaler: „Wenn ein stark übergewichtiger Mensch glaubt, eine Sportart wählen zu müssen, bei der viele Sprünge zu absolvieren sind, wird sich das auf seine organische Funktionsfähigkeit negativ auswirken. Da ist Vorsicht geboten, auch im Hinblick auf das Dauerthema Knochen und Gelenke“.

 

Die Intensität muss zum Körper passen

Wichtig bei der Wahl der am besten geeigneten Sportart ist laut dem Experten, dass man eine Sportart wählt, deren Intensität für den momentanen Gesundheitszustand einträglich ist. „In weiterer Folge kommt es dann zu einer Anpassung im menschlichen Organismus, die eine größere Intensität der Bewegung über einen längeren Zeitraum ermöglicht. Das ist dann der sogenannte Trainingseffekt, der sich langsam, aber sicher einstellen wird.“ Wer mit seinem Partner während des Sports noch ganz normal reden kann, ist in Sachen Belastbarkeit und Intensität der sportlichen Betätigung noch auf der sicheren Seite. Sollte ein normales Reden nicht mehr möglich sein, geht die sportliche Belastung über das Grundlagen-Ausdauertraining schon hinaus. Dann ist besonders bei Einsteigern und Anfängern Vorsicht geboten.

 

Der Spaßfaktor

Doch die finale Entscheidung für die bevorzugte Art der Bewegung in freier Natur sollte man immer noch für sich alleine treffen. „Fast jeder hat einen Hang zu einer bestimmten Sportart, die man auch versuchen sollte, auszuüben. Denn Sport muss Freude machen und darf nicht zur lästigen Pflicht verkommen“, stellt der Experte unmissverständlich klar. Bei körperlichen Beschwerden oder Unsicherheiten, ob die gewählte Sportart für einen selbst geeignet und damit gesund ist, empfiehlt sich der Besuch bei einem Sportmediziner. Denn jetzt ist der perfekte Zeitpunkt, um fit für den Sommer zu werden. Auch wenn das Ziel nicht die berühmt-berüchtigte Bikinifigur ist.