In der Serie Vorstadtweiber spielen Sie die raffinierte Waltraud Steinberg, die ein turbulentes Leben führt. Wie fühlen Sie sich dabei?

In diesem Fall ist das besonders spannend, weil sie in vielen Dingen komplett anders ist als ich. Sie ist eine sehr machthungrige, direkte Person, die aber insgeheim ein großes Problem damit hat, Gefühle und Schwächen zu zeigen. All das herauszufinden, ist sehr spannend.

Was fasziniert Sie daran, in unterschiedliche Rollen zu schlüpfen?

Es ist natürlich ein gewisser Luxus, in Charaktere mit Eigenschaften hineinzuschlüpfen, die wir selber nicht haben oder haben dürfen. Manchmal hat es eine Art therapeutische Wirkung, dass man sich in verschiedenen Charaktertypen verstecken darf.

Was bedeutet das Schauspielen für Ihr Leben, Ihre Identität?

Ich bin ein typisches Theaterkind, mein Vater war Opernsänger. Ich habe schon sehr früh Theaterluft geschnuppert und wollte diesen Beruf schon als junges Mädel ausüben. Am Theater zu wirken ist etwas ganz Spezielles, weil man es so liebt und eine große Leidenschaft dahinter steckt.

Sie haben eine Tochter im Teenageralter. Welche Werte möchten Sie ihr vermitteln?

Es war mir immer sehr wichtig, sie mit einem Grundvertrauen auszustatten. Das hilft, schwierige Situationen meistern zu können und dabei den Humor nicht zu verlieren. Man sollte auch versuchen, diesen jungen Menschen gedeihen, gewähren und wachsen zu lassen, in all dem, was er in sich trägt. Und ihm das Gefühl zu geben, dass es gut ist, so wie er ist.