Sie haben in der Serie Vorstadtweiber die Rolle der Ehefrau und Mutter Maria Schneider inne. Sie versucht – allen Umständen zum Trotz – den Schein der perfekten Ehe zu wahren und wächst dabei über sich selbst hinaus. Was zeigt diese Rolle für Sie auf? Was können Zuschauer lernen, was nehmen Sie selbst daraus mit?

Ich mag an Maria Schneider, dass sie auf eine pragmatische Art versucht, Probleme zu lösen, und dass sie sich traut, ungewöhnliche Wege zu gehen. Sie resigniert nicht lange, sondern sucht nach Möglichkeiten etwas zu ändern, und sie lernt sich dabei Stück für Stück besser kennen. Ihre Fassade bröckelt und das tut ihr auch gut.

Inwiefern finden Sie sich persönlich in dieser Rolle wieder bzw. können sich damit identifizieren? Sind Sie privat eher zurückhaltend und schüchtern oder selbstbewusst?

Das Schöne daran, Maria Schneider zu spielen, ist, dass ich sie auch erst kennenlernen musste, und das immer noch tue. Das einzige, was uns von Anfang an verbindet, ist die Liebe zum Essen und zum Kochen, da verstehen wir uns super!

Welche Erfahrung haben Sie persönlich bei der Entwicklung Ihres Selbstbewusstseins gemacht? Wer oder was waren dabei prägend? Welchen Menschen, Meilensteine oder Ereignisse in Ihrem Leben haben dazu beigetragen?

Es braucht Liebe, Vertrauen und Ehrlichkeit. Meine Familie und meine Freunde sind dabei meine wichtigsten Wegbegleiter. Aber auch Menschen, denen ich im Beruf oder auch anderswo begegne und die zu sich stehen, empfindsam sind und empathisch.

Worin liegt für Sie der Hauptunterschied zwischen Ihrer Arbeit fürs Fernsehen und im Theater? Was ist jeweils besonders schön, was besonders herausfordernd? Was liegt Ihnen mehr, was machen Sie lieber?

Am Theater gibt es einen Probenzeitraum, den gibt es beim Drehen zumindest in der Länge nicht. Und beim Theater spielt man eine Vorstellung öfters und beim Film eine Szene vielleicht nur einmal. Aber es ist stets der Versuch, sich spielerisch einer Lebenssituation hinzugeben. Ich bin sehr dankbar, wenn ich so verschiedene Plattformen wie möglich ausprobieren darf, weil ich immer das Gefühl habe, dabei viel zu lernen.