Ein Schuss kann oft schon reichen, um einen nachhaltigen Gehörschaden auszulösen. Vor allem bei großkalibrigen Jagdgewehren mit einen Spitzenpegel von bis zu 160 Dezibel ist die Gefahr eines dauerhaften Gehörschadens gegeben. Und auch wenn ein kleinkalibriger Schuss weniger Gefahr für das Ohr bedeutet, so ist auch hier die lärmbedingte Schädigung möglich. Man kann sagen: Schießen ohne Gehörschutz schädigt früher oder später das Gehör.

„Jäger können ihr Gehör effektiv schützen, ohne dabei das Jagderlebnis zu schmälern“, weiß Hörgeräteakustikerin Bärbel Arndt in einem Interview für das Schweizer Magazin „Jagd und Natur“. Die Auswahl reicht dabei vom einfachen Ohrstöpsel über Kapselgehörschutze bis hin zu elektronischen In-Ear-Lösungen.

Ein aktiver, elektronischer Gehörschutz überträgt beispielsweise die Umgebungsgeräusche aufs Innenohr, ohne einen schädlichen Schallpegel zu erreichen. Das heißt: der Schussknall wird gedämpft, während der Jäger das Wild und Umgebungsgeräusche gut hören kann.

Lärm- und Knallgeräusche

Wie nachhaltig sich Lärm- und Knallgeräusche auf den Gehörsinn auswirken, hat eine interessante Studie der Harvard Medical School ergeben. Dabei haben die beiden Forscher S. Allen Counter und Bo Klareskov die Hörfähigkeit von Inuit in Grönland untersucht. Das Ergebnis: obwohl die untersuchten Inuit abgelegen in einer nicht industrialisierten, sprich ruhigen Umgebung leben, haben 75 Prozent der Männer einen ausgeprägten Hörschaden. Die einzige Lärmquelle, der die Inuit-Männer ausgesetzt sind: der Schussknall.

Schon als Jugendliche gehen sie mit dem Gewehr zur Jagd, Gehörschutz verwenden sie dabei nicht. Dass der Schussknall Grund für die Schädigung sein muss, bestätigt sich bei den Inuit-Frauen, die nicht zur Jagd gehen und über ein tadelloses Gehör verfügen.