Mag. Alexander Stickelberger
Nous Wissensmanagement GmbH

Eine gute App soll genau darauf eingehen, wozu sie da ist. Ohne große Spielereien oder Prozesse im Hintergrund unterstützt sie den Anwender bei genau der Aufgabe, für die er sie heruntergeladen hat. „Eine reduzierte App, die gut durchdacht und gut designed ist, bei der die Usability passt – die bringt den besten Nutzen“, sagt App-Experte Alexander Stickelberger. Die App zu überfrachten hält er für kontraproduktiv. Die User suchen heute aus dem großen Angebot genau das heraus, was sie brauchen, aber nicht mehr.

Was reduziert konkret heißt, hängt auch vom Anwendungsfall ab. „Am mobilen Device bin ich definitiv unterwegs aktiv. Da weiß ich genau was ich brauche und möchte ganz konkret eine Einkaufsliste, ein Kochrezept oder ähnliches haben“, erzählt Stickelberger. Am Tablet sieht das schon anders aus. Dort möchten die Anwender Inhalte teilen, Bilder und Zusatzinformationen sehen, kurz: Den Bildschirm ausnützen.

Ranking

Um den Konsumenten zu gewinnen ist ein gutes Ranking der App notwendig. Dazu gehören auch gute Screenshots, vor allem aber Rezensionen anderer User. Dass diese nicht immer ganz objektiv sind, hat Stickelberger schon oft erfahren: „Gerade bei großen Unternehmen kann es sein, dass User subjektiv ihre Sympathie oder Antipathie dem Unternehmen gegenüber ins Ranking einfließen lassen. So kann eine App auch mal schlechter bewertet sein, als sie es verdient hätte“.

Kreativität

Besonders spannend ist es für Stickelberger, kreative Wege zu beschreiten. Er selbst hat vor einiger Zeit mit seinem Team einen Museumsführer programmiert. Analog zu herkömmlichen Audioguides liefert seine App eine multimediales und interaktives System für Museen. Den Erfolg erklärt er sich aus der Individualität der Anwendung. Ähnliches gilt etwa für Kochrezepte-Apps. „Spannend sind da vor allem die Übergänge. Am Smartphone will ich ein Rezept für den Abend, dazu die Einkaufsliste und eine kurze Anleitung.“ Am Tablet kommen dann noch Fotos oder Serviervorschläge dazu, „vielleicht will ich meine eigene Kreation dann auch hochladen. Das macht das Ganze dynamischer“.

Ob es um e-banking, Kochrezepte oder Routenplanung geht – Apps sind mittlerweile in beinahe allen Lebensbereichen anzutreffen. „Jeder User kann sich sein Portfolio selbst zusammenstecken“, freut sich Stickelberger. Da Apps die Usability von Tablets und Smartphones verändert haben glaubt der Experte, dass der Trend weiter anhalten wird.