Amina Dagi
die sich ihren Nachnamen in Anlehnung an ihr Geburtsland Dagestan im Nordkaukasus gegeben hat, repräsentiert Österreich im August 2012 bei der Wahl zur »Miss World« in der nördlichen Mongolei. Im Interview erzählt sie über ihren abwechslungsreichen Sommer.

Zeit zum Urlauben bleibt der hübschen Vorarlbergerin in diesem Sommer nicht. „Vielleicht gehen sich ein paar entspannte Sonnenstunden am Strand von Palma aus, wo ich im Juli meine CD präsentiere. Der restliche Sommer ist in diesem Jahr schon zu gut verplant!“ lacht die frischgebackene Miss Austria Amina Dagi. Am 29. März dieses Jahres fiel die Wahl zur schönsten Frau Österreichs im Casino Baden nach Wertung einer fachkundigen Jury auf die 17-jährige Tourismus-Schülerin.

Seitdem hat sich viel verändert. Die fröhliche junge Frau wirkt entspannt, obwohl ihr Terminkalender es nicht vermuten lässt. Ende Mai hat sie ihrer Entscheidung von Bludenz nach Wien zu ziehen Taten folgen lassen. Es wäre praktischer, meint sie. Die meisten Model-Aufträge kämen aus der Bundeshauptstadt und die Möglichkeiten, die sie hier hat, möchte sie unbedingt nutzen. „Egal ob es um die Freizeitgestaltung, meine Ausbildung oder die Aufträge im Rahmen der Miss Austria geht – ich genieße es sehr, hier zwischen mehreren Alternativen wählen zu können!“

 

„Die Menschen hier sind offener.“

 

Eine Umstellung sei es natürlich schon. Sogar auf der Straße würde sie in Wien als die neue Miss Austria erkannt und um Autogramme gebeten.

„Die Menschen hier kommen auf mich zu, sprechen mich auf der Straße an – auch, wenn ich als Amina, die Privatperson, unterwegs bin.“ Ihr Leben führe sie trotzdem ganz normal, betont sie.

„Ich bin noch immer Amina geblieben – das sagen auch meine Freunde und das ist mir wichtig.“ Aber es sei eine andere Lebenssituation.

Auf Veranstaltungen steht die bis vor Kurzem noch anonyme junge Frau plötzlich als Repräsentantin Österreichs

im Mittelpunkt des Interesses. Bald auch in China – bei der Wahl zur Miss World. Die Vorbereitungen dafür laufen auf Hochtouren. „Wir fliegen für die geplanten Veranstaltungen bereits ein Monat vor der Wahl, die am 18. August in Ordos in der inneren Mongolei stattfindet, nach China.“ Ein Schicksal, das alle Bewerberinnen teilen. In der ersten Woche vor Ort finden Trainings, Auditions, Filmdrehs und Proben für die Wahl statt.

Danach starten die Teilnehmerinnen ihre arbeitsreiche Tour durch China bis zur feierlichen Wahl der Miss World in Ordos. Übersetzt heißt der mongolische Name der Stadt »Paläste« und scheint allein schon deshalb ein mehr als würdiger Ort für die Veranstaltung zu sein.

 

„Am liebsten habe ich es kunterbunt, von allem etwas!“

 

Langweilig wird es der vielseitigen jungen Frau jedoch auch danach bestimmt nicht. Die 5-fache Judo Landesmeisterin betreibt in ihrer Freizeit gerne Sport und liebt es Musik zu machen. Als das Angebot eine CD aufzunehmen an sie herangetragen wurde, sagte sie begeistert zu. „Ich habe zwar auch Kirchenorgel spielen gelernt, aber am liebsten spiele ich Saxophon.“ Die kürzlich aufgenommene CD, auf der Amina Dagi als Saxophonistin im Vordergrund steht, ist der Musikrichtung »Electro-Soul« zuzuordnen und wird im Juli in Palma de Mallorca präsentiert.

Auf die darauf folgenden Auftritte freut sie sich ebenso wie auf ihre Model- und Missjobs. Das einzige, das Amina momentan zu kurz kommt, sind ihre Freunde. Doch auch dafür hat sie einen Plan.

„Meine Freunde sind mir wichtig.“ Der Umzug nach Wien hat innerhalb weniger Wochen auch sozial große Veränderungen mit sich gebracht. Die Bludenzerin, die ursprünglich aus dem nördlichen Kaukasus stammt, und 2003 mit ihrer Familie nach Österreich übersiedelte, möchte auf ihre Liebsten nicht verzichten: „Wir haben geplant, dass meine Freundinnen bald für ein paar Tage nach Wien kommen – darauf freue ich mich schon sehr. Und Gott sei dank gibt es das Social Network. Ich bin immer auf dem Laufenden was zu Hause los ist!“ grinst die nun ganz private Miss.

Bis zu ihrem 18. Geburtstag muss sie vor Ort wenigstens nicht auf ihre Familie verzichten. Ihre Mutter ist mit nach Wien übersiedelt, um sie zu unterstützen. In einigen Monaten, wenn sie ihre Tochter gut versorgt weiß, wird diese jedoch wieder nach Vorarlberg zurückkehren.