Noch unsere Großeltern konnten bis vor einigen Jahrzehnten ihr Leben lang den gleichen Beruf, den sie gelernt haben, ausüben. Doch für unsere Gegenwart gilt das nicht mehr. Wer sich heutzutage nicht ständig weiterbildet, der wird irgendwann einmal nicht mehr mit gesellschaftlichen Entwicklungen mithalten können. Ohnedies sagt man ja auch: Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Trends und stetig steigende Anforderungen fordern eine hohe Lernbereitschaft und kontinuierliche Weiterbildung. Andererseits fällt es uns dadurch leichter, ein zweites berufliches Standbein aufzubauen oder als Quereinsteiger Karriere zu machen.

Es ist also die Frage, welcher Ausbildungsweg als Grundlage der Beste ist. Diese Frage beantworte ich immer so: Es gibt nicht den einen perfekten Ausbildungsweg. Wir brauchen Akademiker, Absolventen höherer Schulen und Lehrabsolventen, denn nur die Mischung all dieser Ausbildungen macht Tirol, aber auch uns gegenseitig stark. Denn wir sind voneinander abhängig, von unseren unterschiedlichen Begabungen und letztlich unseren Tätigkeiten.

Eine große Hürde stellt der Einstieg in den Arbeitsmarkt oder ins Studium dar, dieser muss uns erleichtert werden. Freie Stellen sollten leichter zu finden sein und Ausbildungsbetriebe brauchen einen höheren Bekanntheitsgrad. Zum Berufseinstieg gehört auch die Bewerbung. Es ist mittlerweile sehr schwer geworden, die perfekte Stelle und somit die „Berufung“ zum Beruf zu erlangen. Freie Stellen und Praktika sind oft nur noch mit „Vitamin B“ erreichbar. Somit ist die Kreativität der Jugend gefordert. Rhetorikseminare und ehrenamtliches Engagement sind hierbei ganz heiße Tipps.

Besonders wichtig ist aber auch die Verbesserung der Infrastruktur für uns Jugendliche, wie zum Beispiel günstigere Fahrscheine für Studenten und bezahlbareres Wohnen. Dadurch kann die ohnehin schon starke Selbstständigkeit unterstützt und gefördert werden. Zu dieser Selbstständigkeit gehört zum Beispiel auch das erste eigene Auto, welches besonders außerhalb der Städte nahezu unverzichtbar ist. Viele SchülerInnen leisten sich genau deshalb vom eigenen Einkommen ein eigenes Auto, welches teilweise neben der Schule dazuverdient wird. Es ist also eine Glanzleistung an Selbstständigkeit und Selbstorganisation, welche man sich vor 30 Jahren nicht hätte vorstellen können.

Ein weiteres Thema, welches erst in den letzten Jahren immer bedeutsamer geworden ist, ist die Gesundheit. Kaum eine Generation spricht so viel über Ernährung und Sport. Die Fitnessstudios sind ausgebucht und Nahrungsergänzungsmittelhersteller verbuchen hohe Umsätze. Denn die Jugend wächst mit dem Gefühl auf, sich gesund ernähren zu müssen. Allerdings spielt auch die Prägung durch das Elternhaus im Bezug auf die Gesundheit eine große Rolle. Auch Schulen sollten hier nicht ausgelassen werden. Bereits in der Volksschule werden „Gesunde Jause“ und „Sport“ großgeschrieben. Dies sollte auch so bleiben, denn gerade in der Wachstumsphase sind ausgewogene Ernährung und sportliches Training sehr wichtig.

Mir ist zudem der Zugang zu Sprachreisen und Au-Pair-Möglichkeiten wichtig. Sei es ein Wochenendtrip nach Paris oder Berlin, die Reisebereitschaft ist groß. Flüge zu niedrigen Preisen und Angebote der Bahn machen es leichter. Der Zugang zu Auslandssemestern ist noch ein wenig schwierig. Hier sollte noch nachgeholfen werden, denn die Erfahrungen, die wir im Ausland sammeln können, sind unersetzlich. Schulische Leistungen dürfen zwar nicht vernachlässigt werden, jedoch muss man sich Gedanken über alternative Möglichkeiten zum Nachholen des versäumten Stoffs bzw. eine Anerkennung von Auslandssemestern machen. Besonders im vom Tourismus geprägten Tirol sind Auslandsaufenthalte eine großartige Chance für Jugendliche.

Tirol bietet der Jugend mit Ausflugzielen, Vereinen und Jungendzentren attraktive Angebote. Zwar fehlt Tirol noch etwas die Großstadtnähe, doch Innsbruck wird langsam zum zentralen Punkt für Tirol. Weiters wäre es wichtig, Möglichkeiten zur Bewegungsfreiheit und Locations für Events zu schaffen. Ein gelungenes Beispiel ist der Landhausplatz in Innsbruck, der durch seine Offenheit und sonnige Seite bekannt ist. Die Möglichkeiten für Skateboarder und Scooterfahrer sind auch gegeben. Und gleichzeitig steht auf dem Platz das Befreiungsdenkmal, das an die siebenjährige Unfreiheit unter dem Nationalsozialismus erinnert.

Ich wünsche allen Jugendlichen und KollegInnen einen aufregenden und entspannten Sommer!